Wenige, aber rentable Geldautomaten

Hohe Gebühren wegen der niedrigen Anzahl der Geldautomaten. Foto: Pixabay

Hohe Gebühren wegen der niedrigen Anzahl der Geldautomaten. Foto: Pixabay

Anzahl auf dem gleichen Stand wie im 2002

Madrid – Kritiken an der Verwendung von Bargeld werden damit begründet, dass es mit Schwarzgeld in Verbindung gebracht werden kann. Viele lehnen diese Idee jedoch ab und glauben, dass die Kapitalflucht über Scheinfirmen in Steueroasen erfolgt. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt sogar an, dass Bargeld eine wesentliche Voraussetzung für die finanzielle Integration aller Gesellschaftsgruppen darstellt. Dennoch ist im September 2021 die Anzahl der Geldautomaten in Spanien auf 48.081 gesunken, eine Zahl, welche der von vor zwei Jahrzehnten entspricht. Nach Beendigung des Lockdowns in 2021 stieg die Verwendung von Bargeld an. Laut einer Studie der Spanischen Zentralbank (Banco de España) haben Kunden zwischen Januar und September 2021 20,9% mehr Bargeld benutzt. Das bedeutet, dass die Geldautomaten mit 20,2% mehr Transaktionen stärker genutzt wurden.

Das hat ihre Rentabilität für die Finanzinstitute und für unabhängige Geldautomatenunternehmen, wie Euronet oder Cardtronics, erhöht. Diese Betreiber haben bereits mehr als 6.000 Geldautomaten in Spanien, das entspricht 12,1% der Gesamtzahl. Über diese Automaten werden hohe Gebühren für ihre Nutzung erhoben. Für die Banken sind sie jedoch auch eine Einnahmequelle, da sie ebenfalls hohe Gebühren von Nutzern verlangen, die nicht ihre eigenen Kunden sind.

Corona wirkt auf den Geldfluss

Im Jahr 2020 ging die Verwendung von Bargeld im Vergleich zum Vorjahr um 18% zurück, und es kam zu einem untypischen Ereignis: Die Spanische Zentralbank musste Banknoten in das System einführen, was seit 2007 nicht mehr vorgekommen war. Konkret wurden 459 Millionen Banknoten im Wert von 20,402 Milliarden Euro eingeführt. Neben dem Rückgang der Handelstätigkeit weist die Spanische Zentralbank darauf hin, dass dieses Phänomen auf den drastischen Rückgang des Tourismus zurückzuführen ist, der sich auf den Geldfluss auswirkte.

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