Weihnachtslotterie 2014: Mehr Losverkäufe erwartet


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Nachdem die Verkäufe in den letzten Jahren krisenbedingt zurückgingen, wird in diesem Jahr mit mehr Absatz gerechnet

Was wäre Weihnachten in Spanien ohne die traditionsreiche Weihnachtslotterie, den „Sorteo Extraordinario de Navidad“, die größte Lotterie der Welt!

Madrid/Kanarische Inseln – Jedenfalls wird die Begeisterung der Menschen dafür weltweit kaum überboten, denn jedes Jahr fiebern Millionen Spanier am Morgen des 22. Dezember der Ziehung der Gewinnzahlen entgegen.

Seit Monaten schon können die Lose erworben werden, und es gibt nur wenige Spanier, die sich die Chance auf den großen Gewinn entgehen lassen. Und wer sich kein Los für diese wichtigste Ziehung im Jahr kauft, bekommt es meist geschenkt. Die „Lotería de Navidad“ lädt zum Träumen ein, und dieses Jahr ist jedes Zehntellos des „dicken“ Hauptgewinns „El Gordo“ 400.000 Euro wert (100.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr).

In den letzten Jahren nahm die Zahl der verkauften Lotterielose für diese wichtigste Verlosung des Jahres stetig ab. Zwischen 2006 und 2012 sank der Verkauf um 12%, und auch 2013 wurden nicht mehr Lose verkauft. In diesem Jahr scheint sich jedoch eine Trendwende anzubahnen, denn das staatliche Unternehmen Loterías y Apuestas del Estado, das unter anderem auch die Weihnachtslotterie betreibt, rechnet mit mehr Verkäufen. „Die Auswirkungen der sozialwirtschaftlichen Veränderungen auf das Einkommen werden die Verkäufe beeinflussen“, argumentiert Inmaculada García Martínez, Präsidentin von LAE. Die meisten Lose würden zwar erfahrungsgemäß im letzten Monat vor der Verlosung verkauft, doch die Tendenz liege schon jetzt vor dem Ergebnis des Vorjahres.

Auch das Online-Lotterie-Portal Ventura24 weiß, dass die meisten Spanier ihre Lose auf den letzten Drücker kaufen; 55% aller Scheine werden im Dezember gekauft, obwohl die Nummern schon im Sommer auf dem Markt sind.

Erstmals in diesem Jahr stieg der Internetverkauf der Lose  im November an. Laut Ventura24 deswegen, weil im letzten Jahr der Hauptpreis „El Gordo“ über Internet gekauft wurde.

Die Kanarischen Inseln zählen zu den spanischen Regionen, in denen die geringsten Pro-Kopf-Ausgaben für die Weihnachtslotterie erwartet werden. Im Schnitt 37,95 Euro geben die Canarios dafür aus, und werden in ihrer Sparsamkeit landesweit nur von den Balearen (33,53 Euro) übertroffen.

Die Freudentränen, die Spanien rühren

Zur „Lotería de Navidad“ gehört auch alljährlich der mit Spannung erwartete Werbespot, der täglich im Fernsehen ausgestrahlt wird. Immer gern kritisiert und häufig parodiert, ist der Spot in diesem Jahr überraschend gut angekommen. Der diesjährige Kurzfilm spielt in „Antonios Bar“ und erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich erstmals kein Los gekauft hatte. Als in seiner Stammkneipe, in der die Lose verkauft wurden, der Hauptgewinn gefeiert wird, bittet ihn seine Frau, doch zu gratulieren, und er geht schweren Herzens in die Bar. Dort wird gerade mit Sekt geprostet, doch er bestellt sich nur niedergeschlagen einen Kaffee. Als er beim Wirt Antonio nach der Rechnung fragt, erwidert dieser „21 Euro“ und erklärt auf die verdutzte Miene seines Gegenübers: „1 Euro für den Kaffee und 20 Euro für das hier“ und schiebt einen Umschlag über die Theke, auf dem sein Name steht. Er hatte ihm ein Los aufbewahrt.

Die Freudentränen des Schauspielers Julián Valcárcel aus Albacete rühren dabei halb Spanien und werden sicherlich den einen oder anderen Zögernden zu einem Loskauf bewegen.

Die Kosten für den Werbespot der „Lotería de Navidad“ betrugen in diesem Jahr schlappe 800.000 Euro, laut Aussagen der Produktionsfirma 20% weniger als im vergangenen Jahr. Die Kampagne läuft unter dem Motto „Der größte geteilte Preis“ und soll die Werte des Weihnachtsfests widerspiegeln.

Die Bar, in der gedreht wurde, gibt es in einem Madrider Arbeiterviertel wirklich, und für die Besitzer ist allein schon der Dreh des Lotteriewerbespots ein Hauptgewinn.

Der Werbespot für die Weihnachtslotterie kann über den Link www.rtve.es/drmn/embed/video/2856583 angesehen werden.




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