Wegen Urlaubs geschlossen


Die Familie Franco verhindert im August den Zutritt zum Pazo de Meirás

Erst im vergangenen April hatte die regionale Regierung von Galicien erreicht, einen seit Jahren andauernden Streit mit der Familie Franco beizulegen, der mehrere Gerichte beschäftigt hatte.

A Coruña – Es ging dabei um das Schloss Pazo de Meirás in Sada bei A Coruña, das dem Diktator Francisco Franco 1938 während des spanischen Bürgerkrieges von den Bürgern zum „Geschenk“ gemacht wurde. Durch mehr oder weniger freiwillige Spenden war der Kaufpreis seinerzeit aufgebracht worden.

 Immer wieder war die Rückgabe des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Anwesens aus Kreisen der Bevölkerung und von poltischen Gruppen verlangt worden, aber die Erben Francos stellten sich quer. Durch einen geschickten politischen Schachzug gelang es dem damaligen Regierungspräsidenten, den Pazo de Meirás zum Kulturgut Galiciens zu erklären, wodurch die Besitzer verpflichtet wurden, der Öffentlichkeit zumindest an bestimmten Tagen Zugang zu gewähren. (Das Wochenblatt berichtete wiederholt). Seit April konnten nun an jedem Freitag sechzig Personen, aufgeteilt in vier Gruppen, in Begleitung eines Führers das Innere des Anwesens sowie die Gärten besichtigen. Das große Interessen, und die relativ kleine zugelassene Besucherzahl haben zu Wartelisten bis Januar kommenden Jahres geführt. Und ganz besonders während der Sommermonate ist die Nachfrage groß.

Da hat die Familie Franco den Regierungsstellen in Galicien einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht und auf ihrem Recht bestanden, im Monat August in Meirás ihren ungestörten Urlaub zu verbringen. Sie sahen sich also gezwungen, das Schloss für den gesamten August für Besucher zu schließen, obwohl sie für zwölf Monate im Jahr die Kosten, wie beispielsweise für die Sicherheitsdienste, zu tragen haben.

Jetzt denken die zuständigen Stellen darüber nach, in den kommenden Monaten die Zahl der Besuchstage zu erhöhen, um die langen Wartelisten abzuarbeiten.




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