Wechseljahrsbeschwerden entpuppen sich als Baby


Bis zur Geburt merkten eine 42-Jährige und ihre Hausärztin nicht, dass sie schwanger war

Etwa neun Monate lang bekam Griselda Navarro, 42, von ihrer Hausärztin immer dasselbe zu hören: Nein, ihre Beschwerden seien nicht auf Ernsteres zurückzuführen, sicherlich leide sie nur an verfrühter Menopause, Blähungen und allerhand Allergien.

Als die gebürtige Chilenin und zweifache Mutter (Sohn, 12 Jahre, Tochter, 15 Jahre) zu Beginn ihres Unwohlseins die Möglichkeit einer erneuten Schwangerschaft erwähnte, beharrte die Ärztin weiterhin auf ihrer These von typischen Beschwerden, die in einem frühen Stadium der Wechseljahre auftreten, und verschrieb noch mehr Medikamente gegen allgemeines Unwohlsein, Bauchschmerzen, Schwindelgefühl und vieles mehr. Die Möglichkeit, einen einfachen Schwangerschaftstest durchzuführen, was bei einer 42-jährigen Frau mit derartigen Symptomen wohl das Naheliegendste gewesen wäre, zog sie nie in Betracht. Doch die Beschwerden von Griselde besserten sich trotz all der Mittel die sie einnahm nicht.

Gegen Abend des 14. September wurden die Schmerzen schließlich so schlimm, dass sie es kaum noch aushielt. Am Morgen des nächsten Tages brachte sie ihr Mann schließlich in die Notaufnahme eines Madrider Krankenhauses. Da ging dann alles ganz schnell. Nach einem simplen Urintest stand die Diagnose fest: sie war schwanger und die Geburtswehen hatten bereits begonnen. Wenig später brachte sie eine Tochter zur Welt.

„Heute erscheint das fast lustig, doch in Wirklichkeit fühle ich mich ganz schön veräppelt. Meine Ärztin hat mich schlichtweg nicht ernst genommen und mir einfach immer mehr Medikamente verschrieben, die glücklicherweise meiner Tochter nicht geschadet haben“, erzählt Griselda. Warum sie als bereits zweifache Mutter die Veränderungen an ihrem Körper nicht bemerkte, kann sie sich heute kaum noch erklären. Bei ihren ersten zwei Schwangerschaften habe sich ihr Körper deutlich verändert, doch diesmal sei alles anders gewesen. Zwar habe sie sechs Kilo zugenommen, doch ihr Bauch nahm kaum an Umfang zu und die Ärztin schob die Gewichtszunahmen erneut auf die Wechseljahre.

Das Madrider Gesundheitsressort hält sich bislang zu dem Fall bedekt. Die Patientin habe eine Beschwerde eingereicht, so dass keine Daten an die Öffentlichkeit gegeben werden dürfen, heißt es, allerdings gebe es bislang keine Anzeichen dafür, dass die Ärztin sich nicht korrekt verhalten hat.

Wie auch immer der Fall juristisch gesehen ausgehen wird, Griselda und ihr Mann Pedro müssen ihre Zukunft ganz neu planen. Sie haben zwar nicht mehr mit einem weiteren Kind gerechnet, glücklicherweise ist die Freude nach der ersten Überraschung jedoch dennoch groß. Nachdem ihre beiden älteren Kinder schon fast aus dem Haus sind, hatten sie bereits überlegt, was sie als Ersatz unternehmen könnten. „Eigentlich wollten wir ja tanzen gehen, jetzt müssen wir halt wieder Windeln wechseln“, erzählen die Eltern lächelnd.




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