Warnzeichen auf dem Arbeitsmarkt


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Diesen Sommer wurden weniger Stellen geschaffen, und die Arbeitslosenzahl ging geringer zurück

Madrid – Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider.
Gemäß der Umfrage über die aktive Bevölkerung (EPA), die als Maßstab für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit gilt, wurden zwischen Juli und August 69.400 Stellen geschaffen, das ist die niedrigste Zahl der vergangenen sieben Jahre. Innerhalb eines Jahres beläuft sich die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze auf 346.300 bzw. 1,77%, was ebenfalls den geringsten Prozentsatz seit 2014 darstellt. Die Experten von BBVA Research und Funcas, dem Verband der Sparkassen, waren bei ihrer Vorausschau von einem stärkeren Anstieg der Zahl neuer Arbeitsplätze ausgegangen.
Bei der Arbeitslosigkeit zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Am Ende des Sommerquartals belief sich die Zahl der Arbeitslosen auf 3,2 Millionen. Das waren 16.200 weniger als drei Monate zuvor. Vor einem Jahr hingegen erreichte der Rückgang der Arbeitslosenzahl das Zehnfache. Der Jahresvergleich fällt ähnlich aus. Ende Juni waren 3,36% weniger Menschen arbeitslos als ein Jahr zuvor. Im Frühling lag der Abbau der Arbeitslosenzahl im Jahresvergleich noch bei 7,46%, im Winter sogar bei 11,6%.
Derzeit liegt die aktuelle Zahl der Beschäftigten bei knapp 19,9 Millionen, die Arbeitslosenquote bei 13,9%, was die geringste Quote seit Ende 2008 darstellt.
Beim Vergleich der Daten ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass die Zahl der Arbeitsuchenden – junge Erwachsene, Einwanderer und Personen, die wieder eine Stelle suchen – innerhalb eines Jahres um 234.700 Antragsteller angestiegen ist. Allein von Juli bis September drängten 53.200 Menschen neu auf den Arbeitsmarkt.
Das Sommerhalbjahr fällt üblicherweise positiv für den Arbeitsmarkt aus. Aufgrund der Hochsaison im Tourismus und der Sommervertretungen nehmen die Neueinstellungen zu. Ende August und im September werden die zeitlich begrenzten Arbeitsverträge in der Hotellerie und im Tourismus hingegen oftmals nicht mehr erneuert.
Die als prekär eingestufte, während der Krisenjahre florierende, zeitlich begrenzte Beschäftigung ging auf 14% zurück (2014 und 2015 war ein Höchststand von 16% erreicht worden).
Die Experten führen die Entwicklung auf die Lähmung der derzeitigen Regierung zurück und plädieren für einen dringenden Beschluss von Maßnahmen, welche die Erwartungen der Unternehmer und der Familien verbessern und zu Investitionen motivieren.
Die Zeit drängt. Die Arbeitslosenzahl ist mit 3,21 Millionen doppelt so hoch wie im Sommer 2007 (1,7 Millionen). Die meisten Menschen ohne Arbeit sind langzeitarbeitslos und erhalten keine Unterstützung mehr. In einer Million Haushalte sind alle Mitglieder nicht beschäftigt, bei einer großen Zahl handelt es sich um alleinerziehende Mütter mit Kindern.

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