Warnungen in den Wind geschlagen


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Die von José Maria Aznar angeordnete Unterstützung des Irak-Krieges rächt sich bis heute

Spaniens Konservative (PP) versuchen mit immer neuen Argumenten eine Erklärung für ihre überraschende Wahlniederlage am 14. März 2004 zu finden, die so gut wie keiner bislang richtig verschmerzt zu haben scheint.

Madrid – Vielleicht könnten etwaige Gedächtnislücken unter anderem durch einen vor wenigen Wochen veröffentlichten Bericht aufgefrischt werden.

Wie nämlich die spanische Tageszeitung El País in einem Artikel bekannt gibt, wurde die damalige konservative Regierung unter José María Aznar mehrmals sogar von ihren eigenen Beratungsorganen über die Illegalität des Irak-Kriegs aufgeklärt und vor einer möglichen Beteiligung Spaniens gewarnt.

Der letzte Bericht datiert auf den 3. März 2003 – 16 Tage vor Beginn des Irak-Kriegs – und wurde von der dem Außenministerium zugehörigen Beratungsabteilung für internationales Recht erstellt.

Darin heißt es unter anderem, dass weder die Resolution Nummer 1284 des UN-Sicherheitsrats von 1999 noch die Resolution 1441 von 2002 einen automatischen Aktivierungsmechanismus beinhalten.

Ministerpräsident José María Aznar ignorierte jedoch sämtliche Berichte dieser Art und versicherte, unterstützt von seinen Ministern, immer wieder die Existenz von Massenvernichtungswaffen sowie die Legalität des Krieges.

Letztendlich schickte die konservative Regierung Truppen zur Unterstützung des amerikanischen Heers in den Irak, ungeachtet des massiven Widerstands in der spanischen Bevölkerung.




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