„Wäre ich Stier, würde ich lieber in der Arena sterben“


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Den Tieren würde es gefallen …

Am 6. Oktober erhitzte eine lautstarke Diskussion die Gemüter des spanischen Senats, ging es doch um den Antrag der konservativen Partido Popular, den Stierkampf zum Kulturgut zu erklären.

Madrid – Pío García Escudero, Sprecher der PP, erklärte: „Wäre ich Stier, würde ich tausendmal lieber nach 20 Minuten kämpfend in einer Stierkampfarena sterben als das lange Leid in den correbous zu ertragen.“ (Correbous ist die Stierhatz, bei der die Tiere zwar nicht getötet werden, aber häufig Feuer an ihren Hörnern ertragen müssen, große Angst ausstehen und sich oft schwer verletzen.)

Der Sozialist Roberto Lertxundi führte an, die Regierung hätte gar keine Kompetenz in Sachen Kulturgut, dies liege in dem Machtbereich der Autonomieregionen. Außerdem unterstellte er der PP, der einzige Grund für deren Antrag sei, dass im November in Katalonien Wahlen abgehalten werden.

Iñaki Anasagasti von der baskischen National-Partei forderte daraufhin „zwei Ohren und einen Schwanz“ für Lertxundi.

Besonders in Rage geriet erneut García Escudero, neben seinem Posten als Sprecher der PP auch Direktor der parlamentarischen Stiervereinigung, als er den Stier als „mystisches Tier, Symbol für Lebenskraft, Mut und Fruchtbarkeit“ bezeichnete. Seine Kritik galt der Unvereinbarkeit eines Stierkampf-Verbotes in Katalonien mit der Zulässigkeit der correbous. Und insgesamt fragte er die Senatoren, wann sie Initiativen zum Verbot von Jagd und Fischerei einbringen würden. Jedenfalls wolle seine Partei mit dem Stierkampf-Verbot vor das Verfassungsgericht treten. Schließlich gingen jährlich 13 Millionen Zuschauer zum Stierkampf. Damit sei dieser nach dem Fußball das Spektakel mit den meisten Zuschauern.

Aber alles Zur-Schau-Stellen tiefster Emotionen war umsonst – mit 129 Stimmen gegen 117 wurde der Antrag abgelehnt.




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