VW investiert Milliarden in Martorell und Pamplona


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Der Konzern spricht von der größten industriellen Investition in der Geschichte Spaniens

Volkswagen wird in den kommenden fünf Jahren 4,2 Milliarden Euro in seine Standorte in Spanien investieren. Dies gab der Konzern nach einem Treffen zwischen dem VW-Einkaufsvorstand Francisco Javier García Sanz und Ministerpräsident Mariano Rajoy bekannt.

An beiden spanischen Standorten des Wolfsburger Autobauers, in Martorell bei Barcelona und Landaben, Pamplona, sollen die Fertigungsanlagen ausgebaut und die Entwicklung neuer Modelle vorangetrieben werden. Die jährlichen Investitionen der Volkswagen-Gruppe in Spanien werden dadurch mehr als verdoppelt. 

Neuwagenkauf-Subvention PIVE geht in die nächste Runde

Der VW-Manager traf den spanischen Regierungschef im Rahmen eines Spitzentreffens der Automobilhersteller. Volkswagen stellte mit seiner Ankündigung das eigentliche Hauptthema des Treffens in den Schatten, die Verabschiedung der achten Auflage des PIVE genannten staatlichen Zuschusses für den Neuwagenkauf, die von der Branche seit Wochen sehnlichst erwartet wurde. Voraussichtlich werden von staatlicher Seite 225 Millionen Euro für PIVE bereitgestellt. Der Kauf eines energieeffizienten Neuwagens soll aus diesem Topf mit 750 Euro subventioniert werden. Die Autohersteller schießen nach diesem Modell ebenfalls 750 Euro Preisnachlass zu. Wahrscheinlich ist es das letzte Mal, dass die spanische Regierung die Subvention beschließt, da es aus der EU Widerstand dagegen gibt. 

Spanische Schlüsselrolle

Bei dem Zusammentreffen mit Rajoy erklärte VW-Vorstand Francisco Javier García Sanz, Spanien spiele eine Schlüsselrolle in der Strategie seines Konzerns, der durch die geplanten Investitionen erneut sein Engagement als ein Motor der spanischen Wirtschaft bestätige. 

Im vergangenen Jahr wurden in Martorell und Landaben zusammen 748.400 Fahrzeuge gefertigt, 13,1% mehr als im Vorjahr. Auch wenn die Gerüchte um ein mögliches Aus für die Marke SEAT und den Standort Martorell lange vom Tisch sind, geben die neuen Investitionen dem Werk nun eine sichere Zukunftsperspektive. Der Erfolg des SEAT León und des Audi A3 markieren den Austritt des Werks aus dem Kleinwagensegment. Die Einführung eines SEAT-Geländewagens im kommenden Jahr weist ebenfalls in diese Richtung. Auch das Werk in Pamplona steht gut da mit der Produktion des VW Polo, der sich in ganz Europa gut verkauft. 

Wachstumsmotor Autoindustrie

Volkswagen befindet sich mit seinem Engagement in Spanien in guter Gesellschaft. Auch Ford hat in den Jahren 2013 und 2014 rund 2,3 Milliarden Euro investiert und in Valencia 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Belegschaft des dortigen Werks stieg von 5.000 auf 8.000 Beschäftigte. Nach Angaben des Branchenverbandes Anfac schuf die Automobil-Industrie in Spanien allein im vergangenen Jahr etwa 26.800 Arbeitsplätze. So folgen die beiden Konzerne einem zu beobachtenden Trend der Branche in Europa, die Autofertigung in die vergleichsweise billigen südlichen Länder zu verlegen.




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