„Von meinen Steuern null für den Papst“


Laienverbände und Katholiken kritisieren öffentliche Ausgaben für den Papstbesuch

Mehr als fünfzig nichtkonfessionelle Organisationen, Freidenker, aber auch Katholiken haben ein Manifest unterzeichnet, in dem sie die politische und institutionelle Unterstützung und die öffentlichen Ausgaben ablehnen, die im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Benedikt beim Weltjugendtag in Madrid entstehen, der am 18. August in Madrid stattfindet.

Madrid – „Von meinen Steuern null für den Papst“ lautet der Leitsatz, mit dem gegen die Abzweigung von öffentlichen Mitteln für private Zwecke protestiert wird.

Sicherheitsdienste, Gesundheitswesen, Reinigung und das gute Funktionieren aller öffentlichen Einrichtungen in der Stadt während der vier Tage im August, wenn sich nach vorsichtigen Schätzungen etwa eineinhalb Millionen junger Menschen aus aller Welt in Madrid aufhalten werden, kosten bis zu 100 Millionen Euro.

Die besagten Organisationen bereiten Aktivitäten mit intellektuellem und unterhaltsamem Charakter, wie Konzerte, Debatten und Manifestationen vor, die für den 17. August, einen Tag vor der Ankunft von Papst Benedikt, geplant sind. „Der Papst kommt nicht auf Staatsbesuch und auch nicht als Repräsentant der wenigen Bewohner des Vatikans, sondern in pastoraler, also privater Mission“, erklärte der Präsident von „Europa Laica“, Francisco Delgado in einer Pressekonferenz bei der er das Manifest vorstellte.

Der Text wurde von 44 Organisationen wie dem Madrider Verband der Atheisten und Freidenker, der Antikapitalistischen Linken und der Kommunistischen Partei Spaniens unterzeichnet, aber auch Katholiken wie „Christen für den Sozialismus“ oder „Christliche Netze“ haben sich an der Initiative beteiligt. Sie protestieren gegen dieses grandiose Event, das ungeheure Kosten verursache und nicht etwa die gesamte katholische Jugend repräsentiere, sondern nur ihren fundamentalistischen Zweig. Das kritisierte unter anderem der Ex-Priester Evaristo Villar.

Nach seinen vorsichtigen Berechnungen kostet allein der Besuch von Papst Benedikt mindestens hundert Millionen Euro. Davon wird die Regierung 25 Millionen übernehmen, die Stadtverwaltung und Regionalregierung von Madrid werden 30 Millionen beisteuern und mehrere große Unternehmen 20 Millionen Euro. Die restlichen zwanzig Millionen stellen die Kosten für Sicherheit, Gesundheit und Reinigungswesen dar, sowie die Bereitstellung öffentlicher Plätze und Lokalitäten für Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Papstbesuch.




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