Vierbeiniges Feuerschutzkommando


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Katalanische Gemeinde benutzt Ziegenherde zur Schaffung von Schneisen

Die 7.944-Seelen-Gemeinde Cervelló in Katalonien hat die Gruppe ihrer Forstarbeiter um ein ganz spezielles Kommando erweitert: eine Herde von vierzig bis fünfzig Ziegen säubert die Wälder und schafft damit natürliche Schneisen für den Brandschutz.

Cervelló – Das Gemeindegebiet ist zu 80% mit Wäldern bewachsen die bei den schweren Stürmen zum Anfang des Jahres große Schäden erlitten. Die umgestürzten Bäume sind inzwischen nach und nach abtransportiert worden, aber Gestrüpp und Unkraut wachsen in der Zwischenzeit ohne Kontrolle. Spezielles Personal, das die Wälder säubert, kann sich die kleine Gemeinde nicht leisten und die Anlegung künstlicher Schneisen noch weniger. Um in Krisenzeiten Kosten zu sparen, ist dem Bürgermeister eine geniale Idee gekommen: Die Beschäftigung eines Ziegenkommandos und zwei Hirten ist eine preiswerte Lösung.

Die Arbeit für die Ziegen ist einfach: sie fressen sämtliches Unkraut weg, das ihnen in den Weg kommt. Nachts werden sie von den Hirten in einem Pferch untergebracht. Jeden Tag wird die Zone festgelegt, in der sie zu „arbeiten“ haben, so um die 400 bis 500 qm. Die wird mit einem Elektrokabel eingegrenzt. Die Ziegen tragen ein Metall-Halsband, damit sie jederzeit lokalisiert werden können. Ist eine Zone gesäubert, werden die Tiere zu einem anderen Punkt getrieben, bis alle Wälder von Unkraut befreit sind. So können sich Brände nicht so leicht entzünden und ausbreiten. Das Projekt hat sich bereits bewährt und wird inzwischen auch von anderen Gemeinden ins Auge gefasst.

Einziges Problem sind die streunenden Hunde, die eine Gefahr für die vierbeinigen Waldarbeiter darstellen.




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