Vier Goya-Filmpreise für Isabel Coixet


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Die spanischen Filmpreise feiern in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum

Isabel Coixet, eine der berühmtesten Regisseurinnen des heutigen Spaniens, ging als große Gewinnerin aus der diesjährigen Verleihung der Goya-Filmpreise hervor, die die spanische Filmakademie am 30. Januar in Madrid vergeben hat.

Madrid – Zur allgemeinen Überraschung, denn selten war es so schwer wie in diesem Jahr, im voraus Prognosen über die möglichen Gewinner der spanischen Oscars zu erstellen. Für die meistbegehrte Auszeichnung, den Goya für den besten Film, waren Obada, Princesas, Siete vírgenes sowie Coixets letztes Werk La vida secreta de las palabras (Das geheime Leben der Worte) nominiert. Letztendlich erhielt La vida secreta de las palabras nicht nur den Goya für den besten Film, sondern wurde auch für die beste Regie, das beste Originaldrehbuch und die beste Produktionsleitung ausgezeichnet.

„Ich war darauf vorbereitet, mit leeren Händen fortzugehen“, erklärte die katalanische Regisseurin, die bereits durch ihren Film La vida sin mí (Das Leben ohne mich) weit über Spaniens Grenzen hinaus bekannt wurde.

Ihre bescheidenen Erwartungen waren nicht etwa auf einen eventuellen Zweifel an der Qualität ihres Filmwerkes zurückzuführen, sondern lagen vielmehr darin begründet, dass La vida secreta de las palabras zwar eine spanische Produktion ist, jedoch in englischer Sprache gedreht wurde, ein Umstand, mit dem sich die spanische Filmakademie immer etwas schwer tut, wenn es an die Vergabe von Auszeichnungen geht. Doch die auf einer Ölbohrinsel gedrehte Liebesgeschichte zwischen einer Krankenschwester (Sarah Polley) und einem Arbeiter (Tim Robbins), der wegen schwerer Verbrennungen ans Bett gefesselt ist, überzeugte selbst die patriotischsten unter den Jurymitgliedern.

„Diese Arbeit kennt keine Fremdsprachen, keine Grenzen. Was ist denn schon die Nationalität der Filme? Ja wohl die des Kinos“, meinte Coixet selbst nach der Gala über den überraschenden Erfolg ihres Filmes.

Generell musste sich die spanische Filmakademie ausgerechnet zum 20. Jubiläum des Bestehens der Goya-Filmpreise einiges an Kritik gefallen lassen. Die Vorstellung, die live in Televisión Española übertragen wurde, sei langatmig, gefühlsarm, schlecht organisiert und langweilig moderiert gewesen, so lautete der weit verbreitete Tenor am Tag darauf.




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