Verstärkte Polizeipräsenz


Beamte überprüfen den Kofferraum eines verdächtigen Fahrzeuges. Foto: EFE

Nach dem Massaker in Nizza sind mehr Polizisten in den Urlaubsgebieten unterwegs

Madrid – Nach den Attentaten in diversen europäischen Ländern hat Spanien die Sicherheitsvorkehrungen an der Küste verstärkt. Diesen Sommer überwachen mehr als 42.600 Polizisten die spanischen Strände, die Campingplätze, die Straßen, die Hotels und die Bahnhöfe. Damit wurde das sommerliche Polizeiaufgebot um 14% angehoben.

Zum ersten Mal lässt auch Katalonien in diesem Jahr die Regionalpolizei Mossos de Èscuadra in den Urlaubsgebieten patrouillieren, um etwaige Terroristen aufzuspüren und vor allem abzuschrecken. Nicht ohne Grund sieht man dieser Tage immer wieder gut bestückte, durch ihre Gewehre, Pistolen und Schlagstöcke Eindruck erweckende Polizeieinheiten die Promenaden von Lloret de Mar, Roses oder Salou entlangschlendern. Darüber hinaus wurden die Kontrollpunkte an den Zufahrtsstraßen verstärkt. Auch in Barcelona wird vermehrt an zentralen Punkten wie dem Paseo de Gràcia, der Sagrada Familia oder auf dem Bahnhof Sants und dem Flughafen El Prat patrouilliert.

Die Region Valencia hat ebenfalls im Sommer spezielle Sicherheitsmaßnahmen in den Urlaubsgebieten veranlasst. Dabei konzentrieren sich die Kräfte auf die Überwachung der diversen Musik-Festivals, des Hafens von Valencia – dabei haben die Beamten insbesondere die neue Fährverbindung mit Algerien im Auge – sowie die Flughäfen Valencia und Alicante.

Auch in Andalusien wurden speziell für die Überwachung von Festivals oder zentral gelegenen, touristisch relevanten Punkten die Einheiten auf 600 Beamte aufgestockt. Eine Hubschrauber-Einheit, eine Hundestaffel und ein Einsatzkommando stehen in Bereitschaft. Die wichtigsten Häfen und Bahnhöfe werden verstärkt kontrolliert.

Die Beamten sind nervös. Anfang August erweckte ein vor der Hauptpolizeiwache von Barcelona abgestelltes Fahrzeug mit französischem Kennzeichen und einem Paket im Innenraum den Verdacht der Behörden. Die Kampfmittelbeseitiger der Spezialeinheit Tedax brachen den Kofferraum auf. Es handelte sich um einen Fehlalarm.

Doch das Misstrauen und die Sorge bleiben und haben sich mittlerweile in gewisser Weise auf die Bevölkerung übertragen, an der die Aufstockung des Polizeiaufgebots nicht unbemerkt vorbeigegangen ist.




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