Verspätungen, Pannen, Unsicherheit


Spanair-Flüge verzeichnen fast täglich Unregelmäßigkeiten

Seit der Katastrophe von Barajas ist kaum ein Tag vergangenen, an dem nicht mindestens eine Unregelmäßigkeit bei einem Spa­nair-Flug aufgetreten ist. Allein am 31. August starteten zwölf Maschinen der Fluggesellschaft aus verschiedenen Gründen am Madrider Flughafen mit Verspätung.

Madrid – Nach Angaben der Airline sind alle zwölf Verzögerungen auf Formalitäten im Hinblick auf das große Passagieraufkommen zurückzuführen. Doch so leicht ist das Gefühl der Unsicherheit, das in der Bevölkerung herrscht, nicht auszumerzen.

Schon seit vielen Monaten gibt es immer wieder Negativ-Meldungen über Spanair, die wegen akuter finanzieller Probleme strenge Sparmaßnahmen und drastischen Stellenabbau angekündigt hatte. Die Folge sei ein derartiges Chaos, dass die Piloten schon häufiger mit Streit gedroht hatten, so die Gerüchte.

Fest steht, dass ein Großteil der Spanair-Flotte aus Maschinen des Typs MD-82 besteht, der als besonders sicher gilt. Auch der Unglücksflieger war eine McDonnell Douglas. Die Maschine ging erstmalig am 18. November 1993 bei Korean Air an den Start. Seit dem 23. Juli 1999 flog die Maschine für Spanair. Mit 15 Jahren hatte der Flieger gerade einmal die Hälfte seiner normalen Lebensdauer erreicht.

Allein in diesem Jahr wurden in Spanien bei Spanair 87 Inspektionen durchgeführt. EU-weit wurden weitere 26 vorgenommen, alle „unangemeldet“. Größere Missstände wurden dabei nicht festgestellt. Die Fluggesellschaft selbst hält sich derzeit mit Stellungnahmen zu­rück.




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