Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen


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Im Kampf gegen den Terror

Sofort nach den Anschlägen auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ am 7. Januar erhöhte das spanische Innenministerium die Sicherheitsstufe und verschärfte die Maßnahmen gegen den Terrorismus. Innenminister Jorge Fernández mobilisierte die Antiterroreinheiten und die Reserve- und Sicherheitseinheiten der Guardia Civil, die „je nach Bedarf“ eingesetzt werden könnten.

Madrid – Sofort wurden die Einrichtungen, die Ziel von terroristischen Attentaten sein könnten, unter besonderen Schutz der Antiterroreinheiten gestellt. Die Überwachung wird von dem Nationalen Zentrum für Sensible Infrastrukturen koordiniert.

Innenminister Fernández hat zwar versichert, es gäbe keine konkreten Hinweise auf ein mögliches terroristisches Attentat, doch Antiterror-Experten sind besorgt, weil Spanien häufig in den Foren radikaler Islamisten und des Islamischen Staates (IS) genannt würde.

Angesichts der terroristischen Bedrohung sieht das Innenministerium Handlungsbedarf und plant, die Schlagkraft der Sicherheitskräfte auszubauen. Ginge es nach Wunsch des Ministers, sollen die Polizei und die Guardia Civil in Zukunft Telefongespräche potenzieller Terroristen – insbesondere der Rückkehrer aus dem Irak und Syrien – ohne richterlichen Beschluss und nur mit ministerieller Genehmigung abhören können.

Rund 3.000 Beamte der Nationalpolizei, der Guardia Civil und des Nachrichtendienstes arbeiten im Kampf gegen den Terrorismus. Innenminister Jorge Fernández hat erst kürzlich aufgezeigt, dass nach dem Ende der ETA-Bedrohung die größte terroristische Gefahr nun von den Dschihadisten ausgehe. Laut Fernández seien die spanischen Sicherheitskräfte wegen der in den letzten 40 Jahren mit ETA gesammelten Erfahrung gut vorbereitet auf den Antiterror-Kampf. Die Experten jedoch verweisen darauf, dass sich die Abwehr derartigen Terrors schwieriger gestalte, weil die Organisationen im Ausland ansässig und ihre Zellen schwer aufzuspüren seien.

Weil Al-Qaida und der Islamische Staat über das Internet ihre Ideologien verbreiten und Mitglieder werben, durchforsten Experten der Sicherheitskräfte ständig das Netz auf der Suche nach potenziellen Attentätern.

Ein weiterer Schwerpunkt im Kampf gegen den Terror ist die gute Zusammenarbeit sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, sprich die Koordination der inländischen Sicherheitskräfte als auch der ständige Austausch mit der marokkanischen Regierung, um einen Grenzübertritt von islamistischen Terroristen nach Ceuta und Melilla zu verhindern.




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