Vermittlerring für Scheinehen zerschlagen


Die Polizei verhaftete 34 Personen

Die Nationalpolizei hat ein internationales Netz zerschlagen, das Scheinehen zwischen kolumbianischen und spanischen Partnern vermittelte.

Madrid – Im Zuge der Ermittlungen wurden 34 Personen verhaftet, die dem Ring angehörten, der im Laufe von zwei Jahren über hundert Eheschließungen vermittelte. Zum Kreis der Verhafteten ge­hören ein kolumbianischer Priester, eine Rechts­anwältin und ein Verwaltungsbeamter.

Die illegalen Immigranten, in der Mehrzahl im Drogenmilieu tätig, zahlten zwischen 10.000 und 12.000 Euro für eine Scheinehe mit einem spanischen Partner an die Vermittler, um ihre Situation zu legalisieren. Der Partner kassierte dafür 3.000 Euro, die gestellten Trauzeugen erhielten jeweils 200 Euro.

Das Netz arbeitete bereits seit zwei Jahren in Spanien. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, als sie auf eine Frau aufmerksam wurde, die sich als Rechtsanwältin ausgab. Sie hatte Beziehungen zu Standesämtern und Friedensrichtern in Madrid und Umgebung und pflegte Beziehungen zu finanziell schlechtgestellten Personen, die sie als Ehepartner oder Trauzeugen anheuerte.

Den 34 Verhafteten wird angelastet, 22 Scheinehen in Madrid und 56 in der Gemeinde Torrelodones sowie in anderen Ortschaften arrangiert zu haben. Die Polizei schließt weitere Verhaftungen nicht aus, denn noch sind nicht alle beschlagnahmten Unterlagen gesichtet.




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