Vereinheitlichung der Krankengeschichten


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Spanien und elf weitere EU-Staaten haben ein entsprechendes Abkommen getroffen

Immer mehr Menschen müssen meist beruflich bedingt viel reisen. Und vielen von ihnen ist es dabei schon so ergangen, dass sie fern ihrer Heimat zum Arzt müssen. Im heutigen Europa und mit den EU-weit geltenden Gesundheitskarten kein Problem. Allerdings müssen bei jedem neuen Arzt außerhalb der eigenen Heimatregion erneut Fragen nach Allergien, möglichen Medikamenten, die eingenommen werden, etc. beantwortet werden.

Madrid – Eine lästige, zeitaufwendige und nicht selten schwierige Angelegenheit, vor allem, wenn dies in einer Sprache geschehen soll, die der Patient womöglich gar nicht oder nur ungenügend beherrscht.

Um hier Abhilfe zu schaffen, hat Spanien nun mit elf anderen europäischen Ländern ein Abkommen zur Vereinheitlichung der Krankengeschichten der Bürger ihrer Länder getroffen. Was im Klartext bedeutet, dass egal in welchem der beteiligten Länder man zum Arzt geht, dieser über eine Art Datenbank auf die gesundheitliche Vorgeschichte und sonstigen Krankendaten des Patienten in digitaler Form und in seiner eigenen Sprache zurückgreifen kann.

Der Plan soll spätestens 2015 voll im Einsatz sein und gründet auf einer EU-Richtlinie über den „freien Patientenverkehr“ in der Europäischen Union. Dem Abkommen angeschlossen haben sich bislang Österreich, Schweden, Tschechien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Holland, Slowakei, Großbritannien und Spanien. Während der ersten drei Jahre wurden 22 Millionen Euro für die Umsetzung des Plans freigegeben.

Zwar gehört Spanien zu den EU-Ländern, in denen die Digitalisierung der Krankengeschichten bereits weit fortgeschritten ist, und dennoch muss noch einiges getan werden. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums sind bislang 80% der Daten, die den Gesundheitszentren vorliegen, digitalisiert. Es fehlen jedoch noch die Krankengeschichten und Patientendaten, die in Kliniken und Krankenhäusern vorliegen.




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