Valencia verwehrt 1.600 britischen Frührentnern die kostenlose Gesundheitsversorgung


Die Frührentner kamen in den Genuss eines Systems, das für diejenigen gedacht ist, die nie eingezahlt haben

1.600 Briten werden künftig in Valencia nicht mehr die kos­tenlose Gesundheitsversorgung der Seguridad Social in Anspruch nehmen dürfen. Es handelt sich bei allen Betroffenen um freiwillige Frührentner, die ihren Lebensabend in Spanien verbringen wollen.

Valencia – Bislang wurden auch sie aufgrund einer Gesetzeslücke vom spanischen Gesundheitssystem kostenlos versorgt. Sie fielen sozusagen unter die Bevölkerungsgruppe, die im spanischen System Anspruch auf Gratis-Versorgung hat, obwohl sie nie in die Gesundheitskassen eingezahlt hat (Witwen von Militärmitgliedern oder Frauen von Freiberuflern). Nun aber wurde diese Gesetzeslücke mit Hilfe eines neuen autonomen Gesetzes für Gesundheitsversicherung, das am 2. Juni in Kraft getreten ist, behoben.

Das bedeutet, dass die betroffenen Frührentner (ausgenommen sind die, die wegen einer Krankheit oder eines Unfalls in Frührente gehen muss­ten) sobald ihre derzeitige Gesundheitskarte, die sogenannte Tarjeta sanitaria abgelaufen ist, ihre Behandlungskosten aus eigener Tasche werden bezahlen müssen.

Einzige Ausnahme: Sie können ausreichend unter Beweis stellen, dass sie nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen. Sobald sie allerdings das in Großbritannien übliche gesetzliche Rentenalter erreicht haben, werden die Gesundheitskosten, die in Spanien entstehen, wieder von ihrem Heimatland zurückerstattet. Die Versorgung in der Notaufnahme ist jedoch auch für sie weiterhin kostenlos.

Ähnliche Veränderungen könnten auch in anderen autonomen Regionen Spaniens anstehen, wenn auch in weit geringerem Ausmaß, da die Provinz Alicante in der Comunidad Valenciana eine der Regionen mit den meisten britischen Residenten – meist Frührentner und Rentner – in Spanien ist.




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