Ungebremste Bauwut zerstört weiter die Küste


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Greenpeace klagt an: Andalusien, Valencia, Murcia und die Kanaren „misshandeln“ am meisten ihre Küste

Kürzlich hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace ihren neuesten Jahresbericht über den Zustand der Umwelt in Spanien veröffentlicht. „Zerstörung – koste es was es wolle“ heißt sinngemäß der Titel des Berichtes. Darin wird unter anderem die Hitliste der Regionen Spaniens veröffentlicht, die ihre Küstengebiete am schlimmsten misshandeln.

Madrid – Es sind Andalusien, Valencia, Murcia und die Kanaren – in dieser Reihenfolge.

Die Organisation weist darauf hin, dass die wilde Urbanisierung weiterhin die Hauptschuld für die Zerstörung der Küste Spaniens hat. Zu den rund drei Millionen in 2007 projektierten Wohneinheiten, die von den jeweiligen Gemeindeverwaltungen abgesegnet wurden, kommen 137 neue Infrastruktur-Projekte, haupt­sächlich Sport- und Indus­triehäfen, die dem Meer Ge­lände abgewinnen.

Des Weiteren wird angegeben, dass die urbanis­tischen Korruptionsfälle in den Küs­tengebieten im letzten Jahr auf 67 stiegen, in die rund fünfhundert Personen verwickelt sind. 37% von ihnen bekleiden öffentliche Ämter. Zu der Gruppe der Regionen, die ihre Küste besonders rücksichtslos zubauen, gehören neben den vier genannten auch die autonomen Städte Ceuta und Melilla. Danach folgen Katalonien, die Balearen-Inseln und Galicien, die ebenfalls Umweltschäden durch Bauvorhaben verzeichnen. In einem dritten Abschnitt werden das Baskenland, Kantabrien und Asturien genannt, die bedauerlicherweise das Zerstörungsmodell der am Mittelmeer gelegenen Regionen nachahmen.

Die am meisten bedrohten Zonen

Die Umweltschutzorganisation nennt außerdem die zehn schwärzesten Punkte auf der „Landkarte des Ziegelsteins“ in Spanien: El Algarrobico in Almería; der Hafen von Tarifa bei Cádiz; das Chemie-Zentrum in Huelva; das Ebro-Delta; Sporthafenanlage Marina d´Or in Castellón, das Manhattan von Cullerá; der Sporthafen von Pasajes in Guipúzcoa; die Flussmündungen von Vigo, der geplante Hafen in Granadilla auf Teneriffa und die Marina de Cope in Aguilas bei Murcia.

Das Dokument von Greenpeace enthält bis zu hundert sogenannte „schwarze Punkte“ an Spaniens Küste und stellt das Modell der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre infrage. Es gründet nach der Ansicht der Organisation auf der ungebremsten Bebauung der Küste und der Zerstörung des Naturbesitzes Spaniens.

Von den genannten hundert schwarzen Punkten betreffen 37 die Bedrohung der Wasserqualität, wobei der Chemiepark von Huelva an erster Stelle steht. Die Zone gilt als die am meisten kontaminierte von ganz Europa mit dem Risiko einer Umweltkatastrophe, sowie die Bucht von Algeciras, beide in Andalusien gelegen. Ebenso die Küste bei Tarragona, die Flussmündungen von Vigo sowie von O Burgo und Corcurbión in A Coruña. Die Bucht von Santander, Guardamar del Seguro bei Alicante, die Buchten von Palma de Mallorca und Portman/Murcia registrieren ebenfalls eine beachtliche Verschmutzung.

Galicien ist mit 19 die Region mit den meisten schwarzen Punkten gefolgt von Andalusien mit 18, Valencia 11, Katalonien und die Kanaren mit jeweils 10, Balearen und Murcia haben je sieben, Asturien sechs, Kantabrien fünf; Ceuta und Melilla jeweils einen schwarzen Punkt auf der Green­peace-Liste.




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