„Unbekannter“ wird PSOE-Spitzenkandidat in Madrid


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Miguel Sebastián verfügt über ein glänzendes Curriculum Vitae, ist der Öffentlichkeit jedoch kein Begriff

Nach dem gescheiterten Versuch, den ehemaligen Verteidigungsminister José Bono als Spitzenkandidaten für das Bürgermeisteramt Madrids zu gewinnen, hatten es die Sozialisten reichlich schwer, einen Ersatz zu finden. Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero hat allem Anschein nach dann jedoch ein Machtwort gesprochen und am 25. Oktober Miguel Sebastián, einen engen Vertrauten und langjährigen Berater, zum PSOE-Kandidaten für das Amt bestimmt.

Madrid – Zur Überraschung vieler, denn der 49-Jährige verfügt zwar über einen brillanten Lebenslauf, ist der breiten Öffentlichkeit jedoch bislang kaum ein Begriff. Dennoch  habe der promovierte Wirtschaftsexperte mit Universitätstiteln aus Spanien und den Vereinigten Staaten sein Angebot ohne das geringste Zögern angenommen, erklärte Zapatero der ausgesuchten Journalistenrunde, die zur Präsentation der Kandidatur in den Parteisitz geladen wurde mit der strengen Auflage, keine Fragen zu stellen.

Erst Stunden später beantwortete Zapatero im Moncloa-Palast einige Fragen zu der überraschenden Wahl.

Demnach sieht er in Sebastián die geeignete Person um „Ordnung, Lebensqualität und Bürgernähe“ nach Madrid zu bringen. „Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels und Miguel Sebastián ist ein Politiker der neuen Riege, der die Qualitäten besitzt, die Madrid braucht: Effizienz, Modernität und Ansehen“, so der Ministerpräsident wörtlich.

Hochburg der PP

Spaniens Medien und Kenner des nationalen Politszenariums zeigen sich bislang allerdings noch reichlich skeptisch, was die Wahl Zapateros betrifft. Denn um Madrid zurückzuerobern, das sich seit 19 Jahren fest in der Hand der Konservativen (PP) befindet, sei ein Politiker notwendig, der mindestens über den Grad an Popularität und Charisma verfügt, den José Bono eingebracht hätte.

Noch dazu, wo der Kandidat der Sozialisten gegen den derzeitigen Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón antreten muss, der sich trotz der zahlreichen öffentlichen Bauarbeiten, die den Einwohnern Madrids seit Jahren das Leben schwer machen, immer noch über einen hohen Beliebtheitsgrad freuen kann.




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