Umstrittene Preiserhöhung bei Correos

Correos WB

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Wettbewerbskommission untersucht Preispolitik der spanischen Post

Madrid – Seit 2015 ist das Porto für Inlandsbriefe um 79% gestiegen, während es für Briefe nach Europa um 83% erhöht wurde. Auch in diesem Jahr setzt Correos, die spanische Post, ihre Politik der Preiserhöhungen fort. Das ist nicht zu verstehen, denn das Unternehmen erhält jedes Jahr einen öffentlichen Zuschuss für die Leistung des Universalpostdienstes, der Briefe und Pakete bis 20 Kilogramm umfasst.

Seit dem 1. Januar 2022 kostet die Briefmarke für den Versand von Briefen und Postkarten (Standard und bis 20 g) im Inland 0,75 Euro, fünf Cent mehr als im Vorjahr. Wird der Brief per Einschreiben verschickt, erhöht sich der Preis von 4,15 auf 4,50 Euro. Die Erhöhungen für das Porto ins Ausland sind viel höher. So werden internationale Briefe und Postkarten (Standard bis 20 g) nach Europa in diesem Jahr mit 1,65 Euro frankiert (1,50 Euro in 2021).

Correos hat die Portoerhöhung damit begründet, dass sie immer noch unter dem europäischen Durchschnitt liegt. „2022 wird Spanien weiterhin zu den Ländern der EU mit den niedrigsten Posttarifen gehören, mit einer Differenz von 11 Cent pro Sendung im Vergleich zum durchschnittlichen europäischen Tarif im Jahr 2021 (0,86 Euro), und unter Deutschland (0,80 Euro) und Frankreich (1,08 Euro) liegen“, so das staatliche Unternehmen.

Im Visier der Wettbewerbskommission

Die spanische Wettbewerbskommission hat die Preispolitik von Correos stark kritisiert. In ihrem letzten Bericht vom Januar 2021 warnte sie vor der Verzerrung der Preispolitik je nach Art des Kunden, ob Privat- oder Geschäftskunde. Die Wettbewerbskommission kam zu dem Schluss, dass die ermäßigten Preise, die Correos Großkunden (Unternehmen und öffentliche Verwaltungen) für ihre Massensendungen anbietet, deutlich unter den tatsächlichen Kosten für das staatliche Unternehmen liegen. „Es gibt Anzeichen dafür, dass Correos bei der Festsetzung ihrer Tarife eine gesetzliche Regelung nicht erfüllt: Die Orientierung der Preise an den tatsächlichen Kosten für die Erbringung der Dienstleistung“, heißt es in dem Bericht.

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