Überlastete Arbeitsämter

Die spanischen Arbeitsämter sind überlastet. Foto: EFE

Die spanischen Arbeitsämter sind überlastet. Foto: EFE

3,5 Mio. Arbeitnehmer warten auf ihr Geld

Madrid – Die Flut von Kündigungen und Vertragsunterbrechungen – fünf Millionen Arbeitnehmer sind seit dem 14. März hiervon betroffen – hat die 6.500 Beamten der Arbeitsämter des SEPE (Servicio Público Estatal de Empleo) an ihre Grenzen gebracht.
Nicht nur die Zahl der Anträge, sondern auch die zu Beginn ungenügenden Formulare haben den Arbeitsaufwand vervielfacht.
Die Beamten arbeiten, seit der Alarmzustand ausgerufen wurde, im Homeoffice und kennen seitdem kein Wochenende mehr. Mit ansteigendem Rhythmus bearbeiten sie inzwischen 500.000 Akten pro Tag, eine Zahl, die in der Regel in einem „normalen“ Monat bewältigt wird.
Stichtag für die erste Überweisung des Arbeitslosengeldes war der 10. April. An diesem Tag haben laut staatlicher Information allerdings nur 36.000 der Betroffenen ihre Zuwendung erhalten.
Experten gehen davon aus, dass die Gelder auch im Mai mit Verspätung fließen werden. Die Regierung hat die Banken diesbezüglich um Unterstützung durch Vorschuss der Gehälter und Mieten mit zinsniedrigen Krediten gebeten.
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben viele Unternehmer ihren Angestellten Gehälter vorgestreckt. Das Volkswagenwerk in Navarra hat seinen Mitarbeitern das im Juni fällige Urlaubsgeld schon vorausgezahlt. Eine solche Maßnahme liegt allerdings nicht im Bereich des Möglichen der vielen kleinen Unternehmen, die oft nur kostendeckend arbeiten. Dabei stellen die kleinen und mittleren Unternehmen 66% aller Arbeitsplätze in Spanien.

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