Trauriger Rekord


Selbst in der Sommersaison nahm die Arbeitslosenzahl weiter zu

Die Rezession spiegelt sich dramatisch in den neuesten Arbeitslosenzahlen wider. Laut der Umfrage zur aktiven Bevölkerung (EPA) haben 85.000 Personen zwischen Juli und September ihre Anstellung verloren, sodass nun mit 5.778.100 Arbeitslosen zum ersten Mal die 25%-Marke überschritten wurde.

Madrid – Was bedeutet, dass sich derzeit jeder vierte arbeitsfähige Spanier auf Stellensuche befindet.

Der erneute wirtschaftliche Rückgang, die Verringerung der Abfindungszahlungen bei Kündigung und die Kürzungen im öffentlichen Dienst wirken sich dramatisch auf den Arbeitsmarkt aus. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE)  wurden innerhalb eines Jahres 835.900 Arbeitsstellen zerstört; die Zahl der Arbeitslosen ist um 799.700 Personen angewachsen. Kaum zu glauben, dass selbst während der Hochsaison im Tourismusland Spanien, in der die Neuanstellungen regelmäßig bedeutend zunehmen, die Zahl der Arbeitslosen weiter angestiegen ist, was den Ernst der Lage dramatisch verdeutlicht. Innerhalb von drei Monaten gingen 179.400 feste Arbeitsplätze verloren, so viele wie noch nie seit Krisenbeginn.

Experten erwarteten sogar einen noch höheren Anstieg, nachdem im dritten Quartal die Arbeitsämter 90.000 neue Anmeldungen verzeichnet und die Sozialversicherung 220.000 zahlende Mitglieder verloren hatten. Nur der Rückgang der aktiven Bevölkerung und die Zunahme der Selbstständigen verhinderten ein noch schlechteres Ergebnis.

Doch was steht den Spaniern noch bevor? Im Großteil des Landes hat der Winter Einzug gehalten und die Sonne und Strand-Urlauber sind wieder zu Hause. Spätestens jetzt werden die Saisonkräfte entlassen. Auch die Urlaubsvertretungen, die während der langen Sommerferien eingesellt wurden, gesellen sich wieder zu den Millionen Arbeitslosen. Aufgrund der Wetterbedingungen verlieren auch die auf dem Bau beschäftigten Zeitarbeiter erneut ihre Arbeit. Die enormen staatlichen Kürzungen und die praktisch ausgebliebenen Neuinvestitionen werden ein Übriges tun, sodass ein Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 6 Millionen Menschen kaum vermeidbar scheint.

Infolgedessen werden Not und  Armut weiter zunehmen. Bereits jetzt gibt es 1,7 Millionen Familien, deren sämtliche Mitglieder arbeitslos sind.




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