Tráfico plant Sonderregelung


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17-Jährige ans Steuer?

Die Generaldirektion des spanischen Verkehrsamtes „Tráfico“ plant im Rahmen ihres „Strategieplanes zur Straßensicherheit 2010 – 2015“ ein System einzuführen, das Jugendlichen ab 17 Jahre erlaubt, in Begleitung eines erwachsenen Führerscheininhabers ein Fahrzeug zu führen.

Madrid – Wie der Verantwortliche des Plans, Pere Navarro, miteilt, könnte die Regelung noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Das Ziel ist hierbei, die Unfallraten speziell unter den Fahranfängern zu senken, denn die meisten Unfälle geschehen laut Statistik in den ersten Monaten nach Erhalt der Fahrerlaubnis. Obwohl die Jugendlichen nur 22% der Bevölkerung bzw. 20% der Führerscheinbesitzer ausmachen, stellen sie doch 36% der Todesopfer und sogar 42% der Schwerverletzten im Straßenverkehr. Seit 2003 ist diese Rate glücklicherweise gesunken, und von der Neuregelung verspricht man sich eine weitere Reduzierung.

In vielen Ländern hat sich die Methode schon bewährt

Ähnliche Modelle des „begleiteten Fahrens“ gibt es z.B. in Frankreich, Großbritannien, Schweden, Belgien, Norwegen, Australien und den USA vielfach schon seit Jahrzehnten, und überall hat man einen deutlichen Rückgang in der Unfallstatistik festgestellt, teilweise bis zu 25%. Obwohl die Details der neuen spanischen Regelung noch nicht feststehen, so wird es wohl folgende Auflagen geben: Der Schüler muss in einer Fahrschule schon eine gewisse Mindestzahl an Stunden absolviert bzw. die theoretische Prüfung bestanden haben. Doch auch der Begleiter muss Bedingungen erfüllen, nämlich einen Führerschein seit mindestens fünf Jahren und keine schweren Verstöße bzw. Strafpunkte in der Verkehrssünderdatei haben. Durch die beaufsichtigte Fahrpraxis wird verhindert, dass sich Fehler und falsche Fahrgewohnheiten bei den Fahranfängern herausbilden, die sich sonst einschleichen können, wenn sie nach bestandener Prüfung ganz allein unterwegs sind. 




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