Titelfälscher könnte EU-Subventionen erhalten haben


Ein Unternehmen in Cádiz hatte akademische Titel verkauft

Im südspanischen Cádiz prüft die Guardia Civil derzeit, ob das angebliche Fort- und Weiterbildungsinstitut Sindicato Independiente de Trabajadores de Cádiz (SIT) unter Umständen Subventionen von der EU erhalten haben könnte.

Cádiz – Die Bildungsstätte war vor wenigen Wochen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten, als bekannt wurde, dass hier offenbar über einen längeren Zeitraum hinweg akademische Zertifikate und Titel vergeben wurden, ohne dass die Empfänger je eine entsprechende Ausbildung erhalten hatten.

Da zwei Unternehmen, die mit dem Institut zusammenarbeiteten, die Escuela de Servicios Sanitarios y Sociales de Canarias (ESSCAN) und die Consultingfirma Preving, in den Genuss von EU-Fonds kamen, soll jetzt geprüft werden, ob die entsprechenden Beträge womöglich aufgrund von Kursen gewährt wurden, die angeblich im SIT stattgefunden haben sollen. Sollte sich das bewahrheiten, könnte sich der Betrug auf über drei Mio. Euro belaufen.

Im Zusammenhang mit den Titelfälschungen, die nach bisherigem Ermittlungsstand tausendfach verkauft worden sein sollen, wurden bislang zehn Personen verhaftet und zwei beschuldigt. Angeblich wurden die Titel gegen Geld ausgehändigt und die Empfänger mussten meist nicht einmal zumindest pro forma einen Kurs belegen. Das 1997 gegründete SIT „bot“ die Kurse an und ESSCAN und Preving waren für die Validierung der Titel zuständig. Die Titel nutzten die „Empfänger“ zur Ausschmückung von Bewerbungen bei renommierten privaten Unternehmen, aber auch für öffentliche Ausschreibungen.




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