The German Angst!


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Was ist der Third-Person-Effekt? Ich möchte hier kurz ein Beispiel aus der FAZ anführen, das diesen Effekt sehr schön verdeutlicht:

In einer Umfrage zum Streitthema gentechnisch veränderter Lebensmittel wurde den Interviewten folgende Frage gestellt: In einer Podiumsdiskussion über gentechnisch veränderte Lebensmittel hat ein prominenter Wissenschaftler erklärt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel für die Menschen keine Gefahr darstellen. Plötzlich sprang ein Zuhörer auf und ruft etwas in den Saal. Nun übergaben die Interviewer den Teilnehmern der Umfrage ein Bild, das eine Person im Schattenriss zeigte, die gesagt haben soll: „Was interessieren mich Zahlen und Statistiken in diesem Zusammenhang. Gentechnisch veränderte Lebensmittel machen mir einfach Angst!“ Nachdem die Befragten dies gelesen hatten, wurden sie gefragt: „Würden Sie dem Zuhörer zustimmen oder nicht zustimmen?“ 57 % der Befragten sagten, sie stimmten dem Zwischenrufer zu, nur 19 % meinten, man könne ihm nicht zustimmen. Es war keine Sachaussage, die diese Reaktion hervorgerufen hat, auch keine schlagende oder nur scheinbare Widerlegung und auch die Argumentation des Wissenschaftlers wurde nicht in Zweifel gezogen. Letztendlich wurde nur eine emotionale Aussage entgegengesetzt: „Ich habe Angst.“ Und dieser Satz reichte, wissenschaftlich belegt, aus, um die Mehrheit der Bevölkerung auf die emotionale Seite zu ziehen. Noch aufschlussreicher war das Ergebnis der nächsten Frage: „Welcher der beiden ist Ihnen spontan sympathischer: der Wissenschaftler oder der Zuhörer?“ 63 % sagten daraufhin der Zwischenrufer sei ihnen sympathischer, nur 14 % entschieden sich für den Wissenschaftler. Dieses Beispiel belegt deutlich, dass die meisten Menschen sich zwar wünschen, dass Probleme mit sachlicher Vernunft erörtert werden, dass aber das Irrationale für viele einfach unwiderstehlich ist.

Viele Anleger werden im Moment der Illusion beraubt, sie könnten einigermaßen risikolos ihr Geld anlegen – sie haben wieder the German Angst. Die einen flüchten in die letzten scheinbar noch risikolosen Geldanlagen wie Festgeld, Staatsanleihen und Immobilien und die anderen versuchen, durch Umschichten ihrer Anlagen von dem einen in den anderen Topf reich zu werden. Den ersten muss man sagen: Risikolos ist die Geldanlage auf Banken auch nicht. Schließlich muss die Bank zahlungsfähig bleiben oder es muss zumindest das Einlagensicherungssystem funktionieren. Darüber hinaus verliert jeder unter Berücksichtigung von Steuer und Inflation bei der derzeitigen Verzinsung systematisch Geld. Den anderen muss gesagt werden: Die reichsten Deutschen sind allesamt Unternehmensgründer oder deren Erben – und keine Spekulanten. Die bittere Wahrheit ist: Wer nach Steuern und unter Berücksichtigung der Inflation sein Vermögen erhält, kann heute schon als erfolgreicher Anleger gelten. Dies ist jedoch nicht ohne Risiko zu haben. Denn eine risikolose Geldanlage gibt es nicht.

Befreien Sie sich von der Angst vor Wertschwankungen Ihres Vermögens. Die einzige Methode, sein Vermögen zu bewahren, ist, seine zur Anlage zur Verfügung stehenden Gelder, zu verteilen. Der „Drittel-Mix“ wurde angeblich vor mehr als 2.000 Jahren von Juden und Armeniern entwickelt. Diese Methode ist nicht auf schnelle Gewinne aus, denn Vermögen werden über die Zeit gehalten und weiterentwickelt. Jedes Teil des Drittel-Mix hat seine Zeit und entwickelt sich einmal besser oder schlechter. Der Drittel-Mix besteht aus 1/3 Wertpapiere, 1/3 Edelmetalle und 1/3 Immobilien. Auch wir betonen immer wieder: Verteilen Sie Ihr Kapital.

Und bei der derzeit grassierenden Angst zum Schluss noch ein Wort zu festverzinslichen Wertpapieren: In der Finanzwelt wird die beliebte Ansicht vertreten, dass deutsche Staatsanleihen sicher sind und somit kein Ausfallrisiko tragen. Denn damit wollen sich Investoren nicht befassen. Auch hier tritt wieder das oben erwähnte Phänomen in Kraft: Argentinien, Griechenland – alle können pleitegehen, aber Deutschland nie. Vielleicht darf man an dieser Stelle ganz rational daran erinnern, dass Deutschland in den vergangenen 200 Jahren schon viermal pleitegegangen ist?

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? –

Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922 57 54 96 Näheres erfahren.




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