Teures Gerücht


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Der oberste spanische Gerichtshof hat das Urteil des Provinzgerichtes bestätigt, das dem Expräsidenten José Maria Aznar und seiner Frau Ana Botella eine Entschädigung von je 90.000 Euro zugesprochen hat, welche der private Fernsehsender Telecinco an sie zahlen muss.

Im November 2008 hatte Telecinco in seiner Sendung „Aqui hay tomate“ behauptet, eine Scheidung des prominenten Paares stehe kurz bevor. Grund für die Scheidung sei ein Seitensprung des Expräsidenten. In erster Instanz war der Sender verurteilt worden, an jeden der beiden Partner 120.000 Euro zu zahlen. Nach zwei Einsprüchen hat die dritte und letzte Instanz die Strafe nun auf 90.000 Euro für jeden Partner abgesenkt.

Tatsachenverzerrung

Auch die Baronin von Thyssen, Tita Cervera, ist schlecht auf Telecinco zu sprechen und hat den Privatsender wegen Diffamierung und Tatsachenverzerrung ihrer Person und ihrer Familie verklagt. In einer zweiteiligen Sendung unter dem Titel „Tita Cervera, die Baronin“ hatte Telecinco die Lebensgeschichte der ehemaligen Schönheitskönigin vor seinen Zuschauern ausgebreitet. „Ich hatte vorher das Drehbuch verlangt, doch das wurde mir verweigert und sie haben keine Genehmigung eingeholt, um mein Leben zu verfilmen“, wetterte die Baronin. „Sie kennen weder meine Kindheit noch meine Familie und es tut mir weh, wie sie meine Mutter dargestellt haben. Telecinco bezeichnet die Behauptungen Cerveras als unwahr. Man habe sie in ihrem Haus besucht und der Sender hatte ihr die Mitwirkung bei den Dreharbeiten angeboten. Doch sie lehnte ab. Wenn der Baronin die Sendung auch nicht gefallen hat, die Zuschauer waren begeistert. Die erste Folge verzeichnete trotz eines Fußballspiels eine Einschaltquote von 16,1 %, die zweite sogar 18,8 %.




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