Teure Imagepflege


© EFE

Dem Fraktionssprecher der konservativen PP, Eduardo Zaplana, steht einiger Ärger ins Haus. Der Rechnungshof hat mit zehn zu drei Stimmen einen Bericht verabschiedet, der jetzt der Staatsanwaltschaft zugestellt wird und zu einer Anklage wegen Missbrauchs öffentlicher Mittel führen könnte.

Madrid – 2003, als Zaplana Minister für Arbeit und Sozialwesen im Kabinett von José Maria Aznar war, hatte er eine Aufklärungskampagne durchgeführt, die eine Information für Rentner sein sollte, jedoch eher eine Image-Aktion für den Minister und eine Verherrlichung seiner Partei war und sage und schreibe 60 Millionen Euro gekostet hat.

Dienstkleidung

Auch mit den Frauen hat es sich der PP-Sprecher Zaplana bis auf weiteres verscherzt. „Sie, die Sie sich ab und zu so gerne verkleiden, sollten sich doch auch, wenigstens für einen Tag mal als Vizeregierungschefin kleiden.“ Nach diesem Satz, den er Mitte März im Abgeordnetenkongress an die sozialistische Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega richtete, ging eine Welle der Empörung durch den Halbkreis des Plenarsaales. Praktisch alle Parlamentarierinnen der PSOE, aber auch anderer Parteien erhoben sich und verließen aus Protest den Raum, bis die Sprechzeit Zaplanas vorbei war. Der PP-Sprecher hatte mit seinem Satz auf die traditionelle Tracht angespielt, die Fernández de la Vega bei einer Afrika-Reise kurz zuvor trug, eine politische Gepflogenheit, die vor ihr schon viele Regierungsvertreter bei offiziellen Reisen gepflegt hatten, die aber noch nie einen derartigen „Macho-Spruch“ nach sich zog.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.