Tauwetter zwischen Madrid und Barcelona


Foto: EFE

Nach zwei Jahren Schweigen trafen sich die beiden Regierungschefs Sánchez und Torra zum Gespräch.

Madrid – „Der Versuch, das Eis zu schmelzen“, „Ein schüchterner Schritt zur Normalität“ oder „Der Versuch einer Beziehung“ kommentierten nationale und internationale Medien das erste Treffen zwischen dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez und dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra in der zweiten Juliwoche. Es handelte sich um das erste persönliche Gespräch zwischen den Präsidenten der Zentralregierung und der Regionalregierung in den letzten zwei Jahren nach den enormen politischen Spannungen, hervorgerufen durch die Unabhängigkeitsbestrebungen und das illegale Referendum vom 1. Oktober 2016.

Shakehands zwischen Regierungspräsident Sánchez und Quim Torra. Foto: efe

Sánchez und Torra sind erst seit kurzer Zeit im Amt, und so wird dieses Treffen in erster Linie als „symbolische Geste“ angesehen. Es soll als Zeichen des guten Willens betrachtet werden, die gegenseitigen Anfeindungen zu unterlassen. Beide Seiten seien in den umstrittenen Fragen bei ihrem Standpunkt geblieben, und es habe keine größeren Fortschritte gegeben, lediglich bei zweitrangigen Themen.

Immerhin konnten sich die beiden Präsidenten über drei wichtige Punkte einigen: Die Schaffung einer bilateralen Kommission, die Rücknahme einer Klage von dem Verfassungsgericht und ein weiteres Treffen nach dem Sommer. Eingeweihte Kreise erklärten, Präsident Sánchez habe die Tür für mehr Autonomie in Katalonien geöffnet.

Aus den Reihen der Regierung heißt es, das Ziel dieses Treffens sei es gewesen, zu demonstrieren, dass man miteinander reden könne. Und man habe erreicht, die Gespräche zwischen den beiden Regierungen aufzunehmen, die jetzt auch fortbestehen werden. Nun werde man die bilateralen Verhandlungen zwischen den Regierungen Spaniens und Kataloniens wieder einführen. Eine entsprechende Kommission werde geschaffen, um den Dialog fortzusetzen, den die Regierung der Partido Popular bereits vor Jahren blockiert hatte.




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Pere Grau
Pere Grau
Gast
24. Juli 2018 8:06

Es ist selbstverständlich gut, dass man miteinander etwas zivilisiert vorgeht. Aber von Tauwetter kann man nicht reden. Die jeweiligen Positionen sind weiter unverrückbar wie eh und je.