Tausende demonstrierten gegen die ETA


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Sowohl die Regierung als auch die Opposition nahmen an der Kundgebung teil

Am 4. Dezember versammelten sich etwa 7.000 Menschen an der Madrider Puerta de Alcalá, um gegen die baskische Terrororganisation ETA zu demonstrieren. Vier Tage zuvor hatten drei Mitglieder der Terroristen zwei Guardia Civil-Beamte in Südfrankreich erschossen.

Madrid – Erstmals seit dem 12. März 2004, dem Tag nach den blutigen Anschlägen auf vier Ma-drider Nahverkehrszüge, bei denen 191 Menschen ums Leben kamen und über 1.800 verletzt wurden, zeigte die spanische Politszene Einigkeit im Kampf gegen den Terrorismus.

So versammelten sich an der Puerta de Alcalá sowohl die Parteispitze der regierenden Sozialisten als auch die der konservativen Opposition sowie Vertreter der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften.

Allerdings wurde von den spanischen Medien mit einem gewissen Unverständnis über die Tatsache berichtet, dass „nur“ etwa 7.000 Menschen dem Aufruf zu der Kundgebung gefolgt waren, die in einer Schweigeminute ihren Höhepunkt fand.

Ebenfalls für Aufsehen sorgte die Tatsache, dass Anhänger der konservativen Opposition die Gelegenheit nutzten, um ihre Ablehnung gegen Minis­terpräsident José Luis Rodríguez Zapatero zum Ausdruck zu bringen. So waren immer wieder Rufe wie „Zapatero, Rücktritt“ und „Zapatero, raus“ zu hören, die allerdings umgehend von der Gegenseite mit „Zapatero, du bist nicht allein“ beantwortet wurden.

Erstaunlicherweise waren es diesmal die Politiker, die sich sichtlich darum bemühten, Einigkeit zu demonstrieren. So beschränkte sich der sozialistische Staatssekretär für Organisation, José Blanco, bei diesem Anlass auch nur auf den Kommentar: „Wir müssen die Botschaft vermitteln, dass nur die Einheit der Demokraten das Ende der ETA erreichen kann.“




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