Strompreis im April: Rekordhoch

Die Stromrechnung lag im April 2021 um durchschnittlich 26 Euro höher als im gleichen Vorjahresmonat. Foto: Pixabay

Die Stromrechnung lag im April 2021 um durchschnittlich 26 Euro höher als im gleichen Vorjahresmonat. Foto: Pixabay

Standardkunden zahlten über 46,4% mehr als im Vergleichsmonat 2020

Madrid – Im April dieses Jahres verzeichnete Spanien einen historischen Anstieg des Strompreises für durchschnittliche Nutzer. Nach Angaben der Verbraucherorganisation Facua fiel die Stromrechnung im Vergleich zu April 2020 um ganze 46,4% höher aus. Konkret bedeutet das ein Plus von durchschnittlich 26 Euro pro Standardkunde.
Nach einer Analyse, die Facua-Consumidores en Acción über die Entwicklung des halbregulierten Tarifs (PVPC) in diesem Zusammenhang bekannt gab, wird die Stromrechnung mit dem derzeitigen durchschnittlichen Preis der Kilowattstunde (kWh) bei 81,55 Euro liegen. Im April 2020 lag dieser Betrag für Standardkunden noch bei durchschnittlich 55,71 Euro.
Dieser Anstieg liege hauptsächlich daran, dass der CO2-Preis in Europa, der auch in Spanien weiterhin entscheidend für die Entwicklung der Strompreise ist, historische Höchstwerte erreicht habe, wird in der Analyse weiter aufgeschlüsselt. Im April 2020 – mitten in der höchsten Phase des Lockdowns in Spanien – lag der Preis für die Kilowattstunde hingegen mit 9,95 Cent so tief wie seit 16 Jahren nicht mehr.
Trotz des drastischen Anstiegs empfiehlt Facua den Stromkunden, sich nicht zu „Kurzschlusshandlungen“ hinreißen zu lassen und sozusagen Hals über Kopf zu einem Anbieter auf dem freien Markt zu wechseln. Es könnte sich als „Falle“ herausstellen, wird gewarnt. Sämtliche Studien der vergangenen Jahre haben nach Angaben des Verbraucherverbands nämlich verdeutlicht, dass der halbregulierte Tarif, der sogenannte Precio Voluntario para el Pequeño Consumidor (PVPC), langfristig gesehen, der „wettbewerbsfähigste Tarif“ in Spanien ist, und nur in bestimmten Monaten über einigen Angeboten des freien Marktes liegt.
Die Verbraucherorganisation bedauert in diesem Zusammenhang, dass die Regierungskoalition ihre zum Beginn dieser Legislaturperiode im Hinblick auf die Energiepolitik eingegangenen programmatischen Verpflichtungen nicht beschleunigt. Dazu gehöre eine Senkung des Preises für die elektrische Leistung und die Anwendung eines Niedrigpreises für die ersten verbrauchten Kilowattstunden.

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