Strom muss 15 bis 20% teurer werden


24 Milliarden Euro Defizit in zehn Jahren

Der Vorstand von Enel, dem italienischen Stromerzeuger, dem 92 % des Kapitals der spanischen Elektrizitätsgesellschaft Endesa gehört, sieht die Sache klar: Die Lösung der Probleme des Sektors, vor allem das riesengroße Loch von 24 Milliarden Euro, das in den letzten zehn Jahren entstanden ist, kann nur in der Erhöhung der Verbraucherpreise liegen.

Madrid – Das erklärten die Vertreter von Enel kürzlich vor Analysten und den Medien in Rom, wo sie die Resultate des vergangenen Jahres präsentierten. Der spanische Energiesektor hat daran ebenfalls seinen Anteil. Endesa-Präsident Borja Prado bezifferte das Defizit seit 2006 auf 9 Milliarden Euro. Nun liege es bei der Regierung, den nächsten Zug zu tun und zwar in Form einer Anhebung des Strompreises für den Endverbraucher. Um das Problem des Defizits in den Griff zu bekommen, müsse der Preis in den kommenden zwei Jahren  zwischen 15 und 20 % erhöht werden. Der Vertreter von Endesa wies jedoch den Weg aus dem Defizit nicht nur über die Tariferhöhung, sondern legt auch den Vorschlag auf den Tisch, den sogenannten „grünen Cent“ zu erheben, um damit die erneuerbaren Energien zu finanzieren.

Der Vertreter von Enel lobte die weisen politischen Entscheidungen der neuen Regierungen Italiens und Spaniens. Prado wies seinerseits darauf hin, dass der Elektrizitätssektor einer der wenigen sanierten Sektoren sei und man daher sehr sorgsam mit ihm umgehen müsse.

Er kommentierte die Tatsache, dass Elena Salgado, Vizepräsidentin und Wirtschaftsministerin im Kabinett Zapatero einen Führungsposten bei Chilectra, der chilenischen Filiale von Enel, übernommen habe. Die Exministerin verfüge über eine reiche Erfahrung, da sie im Energiesektor ihre umfangreiche Ausbildung erhalten habe.




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