Steuerfahnder wollen inkognito arbeiten


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Die Bezahlung von Informanten und die Abschaffung des Bankgeheimnisses sollen Steuersünder zur Strecke bringen

Ein ganzes Paket von Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und der Nutzung von Steuerparadiesen hat der größte Berufsverband der Steuerfahnder IHE vorgelegt.

Madrid – Unter anderem fordern die Steuerinspektoren die Möglichkeit, in Ermittlungsverfahren Informanten bezahlen und verdeckt ermitteln zu können. Der Verband beruft sich dabei auch darauf, dass vergleichbare Methoden bei der Verfolgung von Schmugglern schon angewandt werden. Als Beispiel für eine erfolgreiche Anwendung im Ausland wird auf einen Fall aus Deutschland verwiesen, bei dem die Steuerbehörde 7,3 Millionen Euro an einen Informanten bezahlte, der in einer Bank in Liechtenstein arbeitete. Mithilfe dieser Information wurden 1.000 Steuerhinterzieher zur Rechenschaft gezogen und sieben Milliarden Euro eingenommen.

Die internationale gemeinnützige Organisation Tax Justice Network hat berechnet, dass etwa ein Zehntel des Welt-Bruttoinlandsproduktes in Steuerparadiesen versteckt werde, dies entspricht 21 bis 32 Billionen Euro.

Insgesamt sind es 17 Maßnahmen, die der Verband der Steuerfahnder vorschlägt, um den Steuerparadiesen das Wasser abzugraben. Dazu gehört auch die Abschaffung des Bankgeheimnisses und die Ausweitung der FATCA-Abkommen, die ausländische Geldinstitute verpflichten, die Daten spanischer Kunden an die Steuerbehörden zu melden. Durch eine lokale Steuernummer würden die Steuerfahnder darüber hinaus gern Aktivitäten der Firmen von Steuerparadiesen aus unterbinden. Auch sollen die Banken verpflichtet werden, die Identität der Kunden ihrer in Steueroasen angesiedelten Filialen preiszugeben. Weitere Vorschläge sind, eine Gebühr auf internationale Finanztransaktionen zu erheben, Steuerdienstleister mit zur Rechenschaft zu ziehen und Denunzianten einen Teil der Strafzahlung, die aufgrund ihrer Anzeige verhängt wird, zukommen zu lassen.




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