Standorte für Offshore-Windparks gesucht


© Moisés Pérez

Die spanische Regierung will verstärkt auf Windenergie-Gewinnung an der Küste setzen

Die spanische Regierung will in den nächsten Jahren verstärkt auf die Gewinnung alternativer Energie durch die Schaffung sogenannter Offshore-Windparks an der spanischen Küste setzen. Noch vor diesem Sommer soll dafür der derzeitig gültige Stopp des Baus von Offshore-Windparks per Dekret aufgehoben werden.

Madrid – Dem Industrieministerium steht damit der Weg frei, um noch vor 2008  die 4.000 Kilometer spanischer Küste kartographisch zu erfassen, um die besten Standorte für zukünftige Offshore-Windparks festzustellen. Diese Windenergie-Anlagen im Meer werden meist in einer Entfernung von fünf Kilometern zur Küste errichtet und liefern die gewonnene  Energie über Seekabel an die Küste, wo sie in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird. Da die Auswirkung der Offshore-Windparks auf die Umwelt als äußerst umstritten gilt, ist es besonders wichtig, Standorte für die Energieanlagen zu finden, die einen möglichst geringen Umwelteinfluss ermöglichen.

Nach der Festlegung möglicher Standorte sollen diese per öffentlicher Ausschreibung den Stromgesellschaften angeboten werden. Für die dort gewonnene Windenergie will die Regierung doppelt soviel wie für den sogenannten Land-Strom bezahlen.

Nach Angaben von Félix Avia, Forschungsleiter für Windparks des Nationalen Zentrums für erneuerbare Energien (Cener), ist die Schaffung von Offshore-Windenergieanlagen zur Einhaltung der EU-Vorgabe, bis 2020 etwa 20% der Ernergie durch erneuerbare Quellen zu gewinnen, unerlässlich. Und das vorhandene Potential ist vielversprechend. „Die Windverhältnisse auf dem Meer sind stabiler und stärker als an Land und Spanien verfügt über 4.000 Kilometer Küste“, erklärte Avia diesbezüglich.

Nach einer jüngsten EU-Untersuchung könnte Spanien bis 2020 über 25,52 Gigawatt-Leistung dank der Offshore-Windparks verfügen, doppelt soviel wie derzeit durch die Windenergieanlagen an Land erzeugt wird.

Bürokratische Hürden – bislang war nicht klar, bei wem die Kompetenz für die verwaltungsmäßige Abwicklung dieser Windparks liegt – sowie Proteste von Fischern und Anwohnern hat die Schaffung von 19 bereits in Spanien geplanten Offshore-Anlagen bisher blockiert (die meisten davon in Cádiz, aber auch in Tarragona, Castellón und A Coruña). Diese Blockade soll nun durch ein spezifisches Dekret für Offshore-Windenergie aufgehoben werden. Das Dekret könnte zwischen Mai und Juni verabschiedet werden.




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