Staatspakt gegen häusliche Gewalt gefordert


Eine Initiative der Regierung Andalusiens

„Es sind dringend Maßnahmen erforderlich – schnell, effektiv und durchgreifend gegen dieses Unwesen der häuslichen Gewalt.

Es handelt sich inzwischen um eine Angelegenheit des Staates, die nicht einen einzigen Tag länger warten darf“, erklärte die Ressortchefin für Gleichheit und Sozialpolitik der Regierung Andalusiens, María José Sánchez Rubio. Zuvor hatte die Regionalregierung den Beschluss gefasst, der Madrider Regierung einen Staatspakt vorzuschlagen, um der ständig steigenden Zahl von Gewalttaten in Familien und unter Partnern ein Ende zu bereiten.

Der Entwurf eines entsprechenden Dokuments soll umgehend der Regierung zugestellt werden und ist offen für Vorschläge und Änderungen von Institutionen, sozialen Einrichtungen und der Bürgerschaft. „Im Laufe dieses Jahres wurden bereits 48 Frauen von ihren Ehemännern oder Partnern getötet, 10 Kinder wurden zu Waisen“, monierte die Vertreterin der Regierung Andalusiens.

Zu den Maßnahmen, welche vorgesehen sind, gehört unter anderem die Streichung des Besuchsrechts für Personen, die wegen Misshandlungen angeklagt oder bereits verurteilt sind. „Wir mussten feststellen, dass Väter immer wieder ihre minderjährigen Kinder dazu missbrauchen, Gewalt auf ihre Frauen auszuüben, wenn sie zu ihnen keinen Zugang haben. Auch Kinder sind sogar zu Tode gekommen“, heißt es wörtlich. In  bestimmten Fällen solle verhindert werden, dass Väter ihre Kinder sehen können, seien sie verurteilt oder nicht. Hier müssten die Richter entscheiden, ob das Besuchsrecht eingeschränkt wird.

Ein weiterer Vorschlag geht dahin, dass Frauen beobachtet werden, welche Misshandlungsanzeigen zurückgezogen haben. Auf diese Weise könnte die Sicherheit dieser Frauen gewährleistet werden, die oftmals auf den Druck oder nach Drohung des Partners ihre Anzeige zurücknehmen.




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