Sparen auf Kosten der Rentner


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Medikamentenzuzahlungen erweisen sich für das Gesundheitssystem als erfolgreich

Unter allen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen hat sich die Erhöhung bzw. für Rentner die Einführung der Medikamentenzuzahlung als die „erfolgreichste“ erwiesen. Innerhalb eines halben Jahres konnten die autonomen Regionen über eine halbe Milliarde Euro sparen.

Madrid – Laut einer Studie von Antares Consulting, die für den Medikamentenvertrieb Cofares durchgeführt wurde, zahlten die Rentner mit 384,22 Millionen Euro den Großteil der Einsparung. Während 500.000 Rentner mit einer Minimalrente von der Zuzahlung befreit sind und 361.000 Rentner mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro einen 60-prozentigen Anteil leisten, entfällt die Hauptsumme auf die Renter, die eine 10-prozentige Zuzahlung leisten (je nach Rentenhöhe 8 oder maximal 18 Euro monatlich) – 243,8 Millionen Euro des genannten Betrages stammten aus den Portemonnaies der Senioren mit einer Jahresrente unter 18.000 Euro.

Seniorenverbände und Hausärztevereinigungen schlagen Alarm, denn es gibt Senioren, die aufgrund der Zuzahlungen ihre medikamentöse Behandlung abbrechen. Eine Umfrage des Dachverbandes zur Verteidigung des öffentlichen Gesundheitswesens bestätigte, dass 16% der Rentner in Madrid mindestens ein Medikament bereits weggelassen hätten. Zwar handelt es sich bei acht Euro um einen relativ geringen Betrag, doch in den andauernden Krisenzeiten könnten Senioren, die mit ihrer bereits geringen Pension auch noch die arbeitslosen Kinder und Enkel versorgen, selbst diese kleine Summe nicht aufbringen. Hinzu kommt, dass eine ganze Reihe üblicher Medikamente aus dem Leistungskatalog des Gesundheitssystems komplett gestrichen wurde.




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