Spanischer Expo-Pavillon wurde ausgezeichnet


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Der als „Korb“ bekannte Pavillon erhielt den Bronze-Preis in der Kategorie Architektonisches Design

Nach sechs Monaten frenetischen Trubels ist am 31. Oktober in Shanghai der Vorhang für die Weltausstellung 2010 gefallen.

Shanghai – Mit der Rekordzahl von 73 Millionen Besuchern handelt es sich um die bislang meist besuchte Expo der Geschichte. Der spanische Pavillon, der aufgrund seines einzigartigen Aussehens den Namen „El Cesto“, also „Der Korb“, erhielt, empfing in den vergangenen sechs Monaten statt der ursprünglich erwarteten 5,5 Millionen Gäste sogar sieben Millionen. Doch nicht nur bei den Expo-Besuchern erfreute sich der spanische Pavillon großer Beliebtheit. Die Internationale Organisation für Ausstellungswesen (BIE) erteilte dem an einen Rattan-Korb erinnernden Gebäude jetzt den Bronze-Preis in der Kategorie Architektonisches Design. Gold ging an den Pavillon von Großbritannien und über Silber darf sich Südkorea freuen. 189 Länder haben sich an der Shanghaier Expo beteiligt, die unter dem Motto „Bessere Stadt, besseres Leben“ stand.

„El Cesto“ ist ein Werk der italienischen Architektin Benedetta Tagliabue, die das renommierte Architektenbüro Miralles-Tagliabue EMBT in Barcelona leitet. Ihr Entwurf hatte im Januar 2007 den Wettbewerb gewonnen und sich gegen 17 Mitstreiter durchgesetzt. Einer von zehn Expo-Besuchern wollte sich den spanischen Pavillon nicht entgehen lassen. Sein innovatives Design, das aus einer enormen schlauchförmigen Struktur besteht, die gänzlich mit dem umweltfreundlichen Rohstoff Rattan bedeckt ist, zog seit dem ersten Tag vor allem die chinesischen Expo-Besucher regelrecht magisch an. Wesentlich dazu beigetragen haben soll Miguelín, die Gestalt eines 6,5 Meter großen sitzenden Babys, das blinzeln und lächeln kann und aussieht, als würde es atmen. Es ist ein Werk der spanischen Regisseurin Isabel Coixet. Die spanische Regierung hat den „Publikumsliebling“ jetzt der Stadt Shanghai vermacht, die ihn in einem geplanten Museum über die Expo ausstellen will.

Was mit dem 17,8 Millionen teuren spanischen Pavillon, einem der größten der gesamten Expo, geschehen wird, ist noch unklar. Die spanische Expo-Beauftragte María Tena zeigte sich der Tageszeitung El País gegenüber jedoch optimistisch. „Alle Pavillons werden abgebaut, zwei oder drei allerdings sollen begnadigt werden, und wir sind ziemlich optimistisch, dass darunter auch der spanische sein könnte.“ Die Kosten für die Umwandlung des nur als temporär konzipierten Gebäudes, in eines, das dem Zahn der Zeit standhält, würde, so Tena, die chinesische Regierung übernehmen.




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