Spanische Jugendliche sollen in Deutschland eine Zukunft bekommen


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In Spanien gibt es keine Arbeit, in Deutschland keine Azubis

Bei ihrem kürzlichen Spanienbesuch unterzeichneten die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und ihre spanische Amtskollegin Fátima Báñez eine Absichtserklärung, die für Tausende junger Spanier ohne Arbeit und Hoffnung die Wende bringen könnte.

Madrid – Demnach wollen nun beide Länder zusammenarbeiten und den Weg ebnen, um jährlich etwa 5.000 Spaniern einen Ausbildungsplatz in Deutschland zu verschaffen.

Die nun zu Papier gebrachte Zusammenarbeit ist im Interesse beider Länder. Während in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit bei katastrophalen 57 % liegt, hierzulande junge Menschen also kaum eine Chance auf eine Zukunft haben, suchen deutsche Betriebe händeringend nach Auszubildenden. Und so warb von der Leyen mit dem äußerst erfolgreichen dualen Ausbildungssystem und einer Arbeitslosenquote von nur 5,6% in ihrem Land.

Tatsächlich gilt die „Formación Profesional“ als zu theoretisch, während sich das in Deutschland übliche duale Ausbildungssystem aus Berufsschule und betrieblicher Ausbildung mit Übernahmemöglichkeit wegen seiner hohen Erfolgsquote etabliert hat.

Neben der besseren und moderneren Ausbildung warb von der Leyen auch mit der niedrigen Arbeitslosenquote und dem Fehlen von Fachkräften in Deutschland.

In dem Abkommen wurde festgehalten, dass beide Länder im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit eng zusammenarbeiten und den Weg für junge Spanier nach Deutschland ebnen wollen. Anvisiert wurde die Zahl von 5.000 neuen spanischen Azubis im Jahr. Um dies zu erreichen, sollen beispielsweise die Mobilität gefördert und sinnvolle Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Báñez dankte der deutschen Ministerin für ihr Engagement und versicherte, das Abkommen würde „viele Chancen für zahlreiche spanische Jugendliche schaffen, die heute wegen der Krise in unserem Land keine haben“. Von der Leyen entgegnete, es gehe auch darum, Vorurteile abzubauen und den europäischen Gedanken zu fördern.




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