Spanier wollen keinen Boykott katalanischer Produkte


In der Weihnachtszeit hat katalanischer Cava Hochsaison. Foto: FREIXEnet

70% der befragten Bürger sind gegen die Ablehnung von Waren aus Katalonien

Madrid/Barcelona – Eine Umfrage über die Folgen der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen und die Ereignisse nach der illegalen Volksabstimmung in der Region hat überraschende Eindrücke bei der spanischen Bevölkerung deutlich gemacht. Sie seien irritiert und auch beunruhigt, haben die meisten Befragten erklärt, doch rund 70 % sind gegen einen Boykott katalanischer Produkte als Antwort auf den Abspaltungsprozess. Mehr als 71% sind auch während der Kampagne nach Katalonien gereist und immerhin 58% wollen, dass der FC Barcelona weiterhin in der spanischen Fußball-Liga bleibt. Doch bei einer Frage sind sich die meisten Menschen einig: Die politischen Querelen in Katalonien im Zusammenhang mit der Abspaltung haben nicht nur die Wirtschaft in der Region sondern in ganz Spanien geschädigt. Mehr als 95 % haben diese Meinung geäußert. Das sind einige Daten aus der Befragung, welche das Institut GAD3 über das Verhältnis von Katalanen und der übrigen spanischen Bevölkerung vor einer Woche bei 1.400 Personen in ganz Spanien durchgeführt hat.

Gemäß der Umfrage sind sechs von zehn Katalanen der Ansicht, dass die Debatte über die Unabhängigkeit einen negativen Eindruck von Katalonien bei der spanischen Bevölkerung hinterlassen hat. Doch im Allgemeinen hat sie eine gute Meinung von den Katalanen. Sie sind fleißig, haben Organisationstalent, sind weltoffen. Doch gibt es wenige Menschen innerhalb und außerhalb von Katalonien, welche die Katalanen für solidarisch oder gar für humorvoll und witzig halten.

Narciso Michavila, der Präsident des Meinungsforschungsinstituts GAD3, rechnet mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 80% am 21. Dezember, einem Wahlgang, der an einem Arbeitstag stattfindet. Es existiere ein großes öffentliches Interesse an den politischen Spannungen, die den Wahlen vorausgehen. „Ich nehme an, die hohe Wahlbeteiligung wird besonders in den größeren Städten wie Barcelona zu verzeichnen sein, in denen die Beteiligung bei den Wahlen von 2015 relativ niedrig war.

Wenige Tage vor dem Wahltermin waren der französische Premierminister Manuel Valls und der spanische Ex-Minister Josep Piqué bei einer Podiumsdebatte in Barcelona mit dem Titel „Dialoge für das Zusammenleben“ zu Gast, wo über Falschnachrichten in der Politik diskutiert wurde.




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