Spanier sollen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten


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IWF und EU-Kommissar stimmten überein:

Anfang August sorgte der Internationale Währungsfonds (IWF) für Aufregung in Spanien, riet die UN-Sonderorganisation doch dem Land zu einem Übereinkommen aller Beteiligten zur allgemeinen Gehaltssenkung.

Brüssel – Nach Vorstellung der Experten sollen die Spanier zwei Jahre lang auf ein Zehntel ihres Gehaltes verzichten, um den Unternehmen die Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Infolgedessen kam es tatsächlich zu einer vorher kaum vorstellbaren Übereinstimmung zwischen Regierung, Parteien und Gewerkschaften, die sich alle geschlossen gegen diese Maßnahme aussprachen. Doch der Vorschlag des IWF erhielt bald gewichtige Unterstützung durch Olli Rehn, den Vizepräsidenten der EU-Kommission und Wirtschaftskommissar.

Über seinen Internetblog führte Rehn als Beispiel Irland und Litauen an, Länder, in denen die allgemeine Gehaltssenkung zu einer Zunahme der Wettbewerbsfähigkeit und zum Wirtschaftswachstum beigetragen haben. Dabei machte sich Rehn die Berechnung des IWF zu eigen, wonach eine zehnprozentige Gehaltskürzung in Spanien innerhalb von drei Jahren die dramatische Arbeitslosenquote von über 26% um sechs bis sieben Prozentpunkte senken würde. „Sind die Millionen arbeitsloser Jugendlicher in Spanien nicht eine solche Anstrengung wert?“, fragt Rehn. Und weiter: „Sollten nicht die politisch und sozial Verantwortlichen einen entsprechenden Pakt schließen, zumindest einen ernsthaften Versuch wagen? Können diejenigen, welche die Maßnahme ablehnen und die Augen vor der Realität verschließen, die Folgen verantworten?“

In seinem Blog spricht Rehn auch an, dass die Wirtschaftsindikatoren auf ein langsames Wirtschaftswachstum und eine leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt hinweisen. Letztere sei zwar saisonal bedingt, doch sei ein Erreichen des lange ersehnten Wendepunktes nicht ausgeschlossen, so der Kommissar.

Neben einer allgemeinen Gehaltssenkung plädiert Rehn für eine Neuorganisation der spanischen Wirtschaft. „Weg vom Bauwesen und hin zu produktiveren Wirtschaftssektoren“, so lautet der Rat des Experten.




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