Spaniens Haustierbesitzer besser als ihr Ruf


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Aussetzungswelle im Sommer nicht größer

Im vergangenen Jahr wurden in ganz Spanien rund 109.000 ausgesetzte Hunde und 24.000 Katzen von Tierschutzorganisationen aufgelesen, so ein Bericht der Affinity-Stiftung. Affinity-Direktorin María Azcagorta: „In Spanien ist die Zahl der ausgesetzten Tiere wesentlich höher als in anderen europäischen Ländern.“

Madrid – Sie betonte, dass in Deutschland sogar ausgesetzte Haustiere aus Spanien aufgenommen und an neue Besitzer vermittelt werden.

Gleichzeitig stellte sie fest, dass – entgegen der allgemein verbreiteten Meinung – die Zahl der ausgesetzten Tiere eigentlich das ganze Jahr über konstant bleibt und keineswegs sprunghaft im Sommer ansteigt. „Es geht nicht darum, ein Haustier zu den Ferien loszuwerden. Die meisten Tierbesitzer setzen ihr Tier aus Gleichgültigkeit aus oder wegen Allergieproblemen oder weil in der Familie ein Kind geboren wurde. Weitere Gründe sind der Umzug in eine kleinere Wohnung, Probleme mit der Erziehung des Tieres oder auch der Tod des Besitzers.“

Schätzungen zufolge leben rund 5,5 Millionen Hunde bei ihren Besitzern in Spanien. Das bedeutet, knapp 2% der Hundehalter setzen ihre Tiere irgendwann aus den verschiedensten Gründen auf die Stra­ße.

Es bedeutet aber gleichzeitig auch, dass die große Mehrheit der Hundebesitzer in Spanien besser ist, als der Ruf, der ihnen vorausgeht, denn sie kümmern sich liebevoll um ihr Tier. Es ist also nicht so schlecht um die Tierliebe im Land bestellt, wie im Ausland allgemein angenommen wird.

Dennoch warnt Azcagorta: „Bei der Anschaffung eines Tieres muss mehr Verantwortungsbewusstsein da sein. Der zukünftige Besitzer muss sich darüber im Klaren sein, dass auch ein Tier sein ganzes Leben lang Pflege und emotionale Zuwendung braucht.“




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