„Spaniens Forschungsarbeit wackelt nicht“


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Ministerin Garmendia begegnet Kritiken an Etatkürzungen

„Der Staatshaushalt 2010 ist eine absolute Garantie für die wissenschaftliche Forschungsarbeit in Spanien. Wer behauptet, dass diese Etats wackeln, liegt falsch.“

Madrid – Das ist die Antwort von Cristina Garmendia, Ministerin für Wissenschaft und Innovation, auf die aufkeimende Unruhe in einigen Forschungssektoren, die aufgrund der Sparprogramme der Regierung für das kommende Jahr Etatsbeschneidungen kritisieren. Davon sind auch Institute wie das CSIC oder das Astrophysische Institut der Kanaren (IAC) betroffen.

Tatsächlich jedoch entfallen auf das Ministerium von Garmendia keine Kürzungen. Mit einem Gesamtetat von 5,29 Milliarden Euro verfügt es 2010 über 0,2 Prozent mehr als in diesem Jahr. Diese Summe wird recht ausgewogen auf die beiden großen Blöcke des Ministeriums aufgeteilt: 50,94 Prozent gehen in die Forschung, 47,72 Prozent in die Innovationspolitik.

Dennoch gibt es einige dras­tische Beschneidungen. So wird beispielsweise unter anderen das staatliche Geologie- und Mineninstitut IGME mit fast 30 Prozent weniger vom Staat auskommen müssen; das Forschungszentrum für Energie, Umwelt und Technologie CIEMAT erhält 25,95 Prozent weniger; das Astrophysikalische Institut der Kanaren IAC 14,44 Prozent und der Oberste Wissenschaftliche Forschungsrat CSIC 13,57 Prozent weniger.

„Die staatlichen Forschungszentren können diese Beschneidungen sehr gut verkraften“, so Garmendia. „Wir fordern von ihnen lediglich die gleiche Sparsamkeit, die auch im Ministerium betrieben wird: nämlich bei Sekundärprojekten zu sparen und die Kosten möglichst niedrig zu halten, ohne dadurch die wissenschaftliche Arbeit zu gefährden.“

Keine Auswirkungen auf die Forschungsarbeit

befürchtet

„Die Kürzungen der finanziellen Mittel werden keine Auswirkungen auf die wissenschaftliche Forschungsarbeit haben“, erläuterte die Ministerin, „denn diese Institute verfügen allesamt über eigene Einnahmequellen. Somit sind sämtliche Arbeitsplätze garantiert, wobei die Belegschaften sogar im Durchschnitt um 13 Prozent erhöht werden.“

„Die neuen Etats laufen im Zuge des neuen Wirtschaftsmodells der spanischen Regierung, das sich nun festigen muss“, führte sie weiter aus. „Vor 10 Jahren war noch kein solides System entwickelt, und wir stehen nun vor einer großen Herausforderung, die nur durch größte Sparsamkeit bewältigt werden kann.“

Und: „Immerhin steht Spanien inzwischen weltweit an 9. Stelle in Sachen wissenschaftliches Niveau.“ Sie betonte, dass im Etat ein Plus von 7,27 Prozent für Stipendien und Verträge mit Wissenschaftlern vorgesehen ist, was 1.000 neue Arbeitsplätze schafft. Ebenso werden die Kredite für innovative Unternehmen sowie wissenschaftliche und technologische Anlagen in der Vorfinanzierung für EU-Subventionen um 13,26 Prozent erweitert. Im Ministerium selbst werden 72 neue Beamten-Arbeitsplätze geschaffen, was einen Anstieg der Personalkosten von 9,76 Prozent bedeutet.




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