Spaniens dienstältester Sträfling erneut verhaftet


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Miguel Montes Neiro nach Begnadigung erneut in einen Juwelendiebstahl verwickelt

Spaniens dienstältester Dieb und Strafgefangener wurde nur ein Jahr nach seiner Begnadigung erneut von der Polizei verhaftet. Dieses Mal im Zusammenhang mit einem Einbruch in ein Juweliergeschäft in einem Einkaufszentrum in Marbella, bei dem Schmuck im Wert von 4,7 Millionen Euro erbeutet wurde.

Madrid – Das Strafregister von Miguel Montes Neiro ist lang. Seit 1976 verbüßte er mehrere Haftstrafen wegen verschiedener Eigentumsdelikte und machte zwischen 1978 und 1986 durch sechs Fluchtversuche von sich reden. 1994 dann wurde er auf Bewährung entlassen. Nachdem er erneut verschiedene Diebstahlsdelikte begangen hatte, kam er 1997 wieder in Haft. Zwei weitere Male versuchte er die Flucht. Im Jahr 2003 blieb er nach gelungenem Ausbruch drei Jahre auf freiem Fuß, und im Jahr 2009, als er einen Freigang wegen des Todes seiner Mutter ausnutzte, um zu entkommen, wurde er schon nach zwanzig Tagen wieder gefasst. Nun, nachdem er im Februar 2012 aufgrund zweier Straferlässe, die von der heutigen Regierung und der sozialistischen Vorgängerregierung unter Präsident Zapatero gewährt wurden, erneut aus der Justizvollzugsanstalt Albolote in Granada in die Freiheit entlassen worden war, steht er wieder im Verdacht, an einem Raub beteiligt gewesen zu sein. Nach den polizeilichen Ermittlungen soll er Teile der Beute verwahrt und verkauft haben.

Im November vergangenen Jahres waren drei Männer, als Wartungsteam getarnt, nach Ladenschluss in das Einkaufszentrum des Corte Inglés in Puerto Banús in Marbella eingedrungen. Drinnen überwältigten und fesselten sie die Wachleute und machten sich ans Werk. Drei Stunden später verschwanden sie mit ihrer Beute im Wert von 4,7 Millionen Euro im Auto eines der Wachmänner. Die sechs gefesselten Wachleute blieben zurück und mussten zwei Stunden lang ausharren, bis es einem von ihnen gelang, sich zu befreien und die Polizei zu verständigen.

Der Polizei von Málaga gelang es, nahezu die gesamte Beute wiederzubeschaffen, nachdem bei einer Straßenverkehrskontrolle in einem Fahrzeug Schmuck aus dem Raubzug gefunden wurde. Die anschließenden Ermittlungen führten zu einem Landhaus in Santa Fe, wo   die Diebe 500 der geraubten Schmuckstücke versteckt hielten. Ein kleiner Teil der Beute war schon auf dem Schwarzmarkt veräußert worden. Bei diesen Transaktionen soll Montes Neiro beteiligt gewesen sein.

Insgesamt elf Personen wurden im Zuge der Ermittlungen verhaftet und acht davon dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Vier, unter ihnen der Wachmann, der die Diebe hereingelassen hatte, nahm der Richter in Untersuchungshaft. Die anderen vier wurden unter Auflagen freigelassen. Miguel Montes Neiro ist einer von ihnen. Ihm wird Hehlerei vorgeworfen. Als er aus dem Polizeitransporter stieg, der ihn zum Gerichtsgebäude brachte, rief er den anwesenden Journalisten zu: „Ich bin unschuldig, sie wollen mich fertig machen!“ Montes Neiro ist heute 62 Jahre alt und hat in seiner langen Karriere als Straftäter keine schweren Gewaltdelikte verübt.




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