Spanien übertrifft seinen eigenen Rekord


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Bei Transplantationen und Organspenden unter Lebenden

Seit 1992 ist Spanien weltweit die Nummer eins, was Organspenden und Transplantationen betrifft. Wie die Daten beweisen, wird das auch weiterhin so bleiben.

Madrid – Die Nationale Organisation für Transplantationen ONT hat 2014 ihren eigenen Rekord mit 4.360 transplantierten Patienten übertroffen. Erstmalig stieg auch die Zahl der Spender auf 36 pro eine Million Einwohner. Um sich eine Vorstellung davon zu machen, wie gut dieses Ergebnis ist: Die Zahl liegt in Frankreich bei 26 und in England nur bei 21 von einer Million.

Diese Daten, die vor einigen Tagen im Gesundheitsministerium vorgestellt wurden, zeigen ebenfalls eine Höchstquote bei Nieren- und Herzverpflanzungen. Im ersten Fall stieg die Zahl der transplantierten Patienten um 5% auf 2.678,

 Die Zahl der Herztransplantationen stieg um 6% auf 265. Eine weitere Nachricht ist in diesem Zusammenhang nach Angaben des Ministeriums besonders interessant: Die Zahl der Nierenverpflanzungen vom lebenden Spender liegt bei 423 und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 15,8% gesteigert. Im Laufe von zehn Jahren hat sich ihre Zahl versiebenfacht, von nur 61 in 2004 auf 423 im vergangenen Jahr. Allein im letzten Jahr belief sich die Steigerung auf 11%.

Die intensive Arbeit der ONT im vergangenen Jahr hat auch in einem anderen Rekord ihren Niederschlag gefunden – die Zahl der Transplantationen innerhalb von 24 Stunden. So wurden am 20. Februar des vergangenen Jahres insgesamt 45 Transplantationen dank 16 Spendern durchgeführt. 14 davon waren Verstorbene, in zwei Fällen Lebendspender. Die verschiedenen Operationen wurden in insgesamt 22 Hospitälern in 11 Autonomen Regionen durchgeführt. Fünf Transplantations-Teams mussten eingeflogen werden.

Rafael Matesanz der Direktor der ONT, erklärte weiterhin, dass der Prozentsatz der Organspenden von Verkehrsunfallopfern um 5,2% zurückging. Der größte Teil der Spenderorgane stamme von Personen, die einen Gehirnschlag erlitten haben. Hier liegt die Quote bei 65,5%. Die Daten zeigen weiterhin das zunehmende Alter der Organspender. Zum vierten Mal in Folge war rund die Hälfte der Spender mehr als sechzig Jahre alt. Der Prozentsatz der Familien, die sich einer Organspende ihres verstorbenen Angehörigen widersetzen, liegt nach der Bilanz der ONT unverändert bei 16%.

Was die Autonomen Regionen betrifft, so ist die Spendenbereitschaft im Norden Spaniens am größten. La Rioja führt die Hitliste mit 56,4 pro eine Million Personen an, gefolgt von Kantabrien, Kastilien und León sowie Asturien.

Auf entsprechende Fragen der Medienvertreter erklärte ONT-Präsident Matesanz, ein Drittel aller Lebertransplantationen würde aufgrund von Hepatitis C erforderlich. Auch auf die Wartelisten kam er zu sprechen. Am 1. Januar dieses Jahres warteten in Spanien 754 Personen auf eine Spenderleber. Die Behandlung des Virus durch neue Medikamente dürfe kein finanzielles Problem sein. Auf diese Weise würden Spenderorgane für Kranke auf der Warteliste frei. In  den Neunzigerjahren lagen Lebertumore, die nicht mit dem Virus im Zusammenhang standen, bei 6% heute liegt der Prozentsatz bei 20. Das Beispiel zeigt, dass die Spenderorgane weiterhin dringend benötigt werden.

„Eine Lebertransplantation kostet heute hier in Spanien zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Diese Zahl bezieht sich allein auf die Kosten zwischen der Einlieferung und Entlassung des Patienten. Rechnet man die Kosten hinzu, die im ersten Jahr nach der Operation anfallen, so kann sich die Summe leicht auf 110.000 bis 130.000 Euro erhöhen“, erklärte der ONT-Präsident seinen Zuhörern. Damit bezog er sich auf die öffentliche Diskussion über die Weigerung der staatlichen Krankenversorgung, ein neues Medikament gegen Hepatitis C zu bezahlen, weil der Preis angeblich zu hoch ist.




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