Spanien stockt Agenten-Stab auf


General Félix Sanz, Direktor des spanischen Nachrichtendienstes, bestätigte die Einstellung von 500 neuen Mitarbeitern. Foto: EFE

Der Nachrichtendienst verstärkt den Kampf gegen den Terror

Madrid – Die Regierung hat dem spanischen Nachrichtendienst (Centro Nacional de Inteligencia, CNI) grünes Licht zur Einstellung von 500 neuen Agenten gegeben, wie General Félix Sanz, Direktor des CNI, bekannt gab. Die Erweiterung der Belegschaft auf 4.000 Mitglieder soll bis 2020 abgeschlossen sein und dient der Verstärkung des CNI im Kampf gegen die dschihadistische Bedrohung, insbesondere im Ausland und auf den typischen Routen der Terroristen. General Sanz erklärte auf einem Treffen mit Journalisten, „wir sind dabei, den Kampf gegen die fanatischen Dschihadisten zu gewinnen“. Damit bezog sich Sanz auf die Erfolge der Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat im Irak und in Syrien, die auch auf die gute Arbeit der Nachrichtendienste und deren wachsende Kenntnis über den Modus Operandi der Dschihadisten zurückzuführen sei. Allerdings musste Sanz eingestehen, dass der Kampf gegen den Islamischen Staat wohl Jahre andauern werde. Der General erklärte den Terrorismus der Dschihadisten als „die größte Gefahr“ für die nationale Sicherheit. Zur Bekämpfung dieser Gefahr werden nun zusätzlich 500 Agenten eingestellt. Den Anfang machten Experten in Mathematik, Telekommunikation und Informatik. Félix Sanz sprach sich für den allumfassenden Kampf gegen den fanatischen Terror des Islamischen Staates aus, der oftmals von der über das Internet vorgenommenen Anwerbung der Kämpfer ausgeht. Ebenso ihr Transport zu den Lagern auf IS-kontrolliertem Boden, ihre sechsmonatige Kampfausbildung sowie die Rückkehr in ihre Heimat. Staatssekretär Francisco Martínez Vázquez bezifferte derweil die Zahl der Residenten in Spanien, die sich dem Kampf des IS angeschlossen haben, auf 170. Davon sind zwischen 20 und 25 zurückgekehrt und sitzen entweder in Haft oder werden von den Behörden kontrolliert. Laut Martínez Vázquez liegen diese Zahlen weit unter denen anderer europäischer Länder. Weiterhin bestritt der Staatssekretär jegliche Vermutungen über eine fehlende Kooperation der katalanischen Polizei, der Mossos d’Esquadra und erklärte, die staatlichen und die regionalen Behörden würden in Katalonien, einer vom Dschihadismus bevorzugten Region, gut zusammenarbeiten. Verteidigungsminister Pedro Morenés erklärte seinerseits, dass der IS zwar militärisch besiegt werden könne, seinen Kampf über das Internet jedoch fortführen werde. Ein Grund mehr, um die Zahl der „virtuellen Agenten“ des spanischen Nachrichtendienstes CNI aufzustocken.




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