Spanien ruft das Programm „Operación Retorno“ ins Leben


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Eine neue Existenz in der Heimat aufbauen

Rund 100.000 Immigranten, der Großteil davon Südamerikaner, werden mit der „Operation Rückkehr“ (Plan de Retorno Voluntario) in ihre Heimatländer zurückkehren können, so sieht es eine neue Initiative der spanischen Regierung vor, die ab September in Kraft treten wird.

Madrid – Wie die spanische Vizepräsidentin María Teresa Fernández de la Vega mitteilt, werden dies in der Hauptsache Marokkaner, Ecuatorianer und Kolumbianer sein.

Es geht hier nicht um illegale Immigranten, sondern um diejenigen, die ihren Aufenthalt in Spanien legalisieren konnten. Diese werden durch das Rückführungsprogamm in ihrem Heimatland von Spanien die Arbeitslosenunterstützung erhalten, die ihnen aufgrund ihrer Arbeit in Spanien zusteht. Die Auszahlung erfolgt komplett in zwei Raten, die erste von 40% der Gesamtsumme bei der Ausreise, die zweite, 60%, einen Monat nach ihrer Ankunft im Heimatland.

Die Regierung verfolgt damit das Ziel der Entwicklungshilfe für die Immigranten-Ursprungsländer, da die Rückwanderer sich damit eine Exis­tenz aufbauen können. Gleichzeitig sollen durch diese Initiative ausgebildete Fachkräfte ins Heimatland zurückgeführt werden, die beim wirtschaftlichen Aufbau unerlässlich sind.

Die Menschen, die sich diesem Rückführungsprogamm anschließen, unterliegen damit einer dreijährigen Wiedereinreisesperre nach Spanien; wenn sie jedoch nach fünf Jahren die Wiedereinreise beantragen, wird ihr Antrag dann bevorzugt behandelt.

Wirtschaftskrise

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Spanien-Immigranten kometenhaft angestiegen: 1996 waren es rund 500.000 Einwanderer, heute liegt ihre Zahl bei 5,22 Millionen. Parallel erlebte Spanien in den letzten zehn Jahren zu­nächst einen enormen Wirtschaftsaufschwung, der inzwischen jedoch stagniert. Das Wort „Krise“ ist in aller Munde, nur die Regierung beharrte lange Zeit auf unklaren Bezeichnungen wie „Entschleunigung“.

Diese Wirtschaftskrise hat zur Erhöhung der Arbeitslosenzahlen geführt, hauptsächlich im Baugewerbe, was ganz besonders auch die Immigranten betrifft. Im ersten Vierteljahr 2008 waren 14,65% der Immigranten arbeitslos. Dem stehen 8,73% spanische Arbeitslose gegenüber.

Celestino Corbacho, Minis­ter für Arbeit und Immigration, kommentiert zur „Operation Rückkehr“, dass diese Initiative eine permanente und keine konjunkturbedingte Angelegenheit sei: „Ich möchte jedoch keine falschen Hoffnungen wecken. Das Programm muss als eine zusätzliche Maßnahme verstanden werden, nicht als die Maßnahme zur Lösung des Immigrantenproblems.“ Außerdem betonte er, dass die Beteiligung an diesem Programm absolut freiwillig ist.




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