Spanien klont jetzt Kampfstiere


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Der erste Jungbulle erblickte in Palencia das Licht der Arena

Auf einem Bauernhof in der Provinz Palencia wurde der erste geklonte Kampfstier geboren. Er wog 25 kg und bekam den Namen „Got“.

Palencia – Er ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit des „Centro de Investigación Príncipe Felipe“ in Valencia. Wissenschaftlicher „Vater“ des frischgeborenen Bullens ist Vicente Torrent, der Präsident der Stiftung für Veterinärforschung.  Beide Institute haben mit Hilfe der Zellkernübertragungstechnik ein Frankenstein-ähnliches Experiment erfolgreich zum Erfolg gebracht: Der Kern einer Hautzelle eines Stieres wurde in die Eizelle einer Kuh aus dem Schlachthaus implantiert. Nach dieser „Befruchtung“ setzte man den frischgebackenen Embryo in die Gebärmutter einer anderen Kuh ein – diesmal einer friesischen. Schon seit drei Jahren hatten die Wissenschaftler solche Experimente gemacht, aber erst seitdem der Veterinär Torrent und sein Team die Sache in die Hand nahmen, gab es einen ersten Erfolg in Gestalt von „Got“. Die eigentliche Befruchtung wurde von der US-Firma ViaGen aus Texas durch­­geführt.

Wer diese Experimente letztlich finanziert, ist unklar. Offiziell soll die Stiftung VIVE dahinterstecken, die auf ihrer Internetseite aber nicht ihre Geldquellen preisgibt. Allerdings ist die Gründerin der Stiftung zufällig die Mutter des Veterinärs Torrent und die Witwe von Vicente Torrent Breva, dem ehemaligen Geschäftsführer der Stierkampfarena von Castellón. Schon 2008 hatte der Geschäftsmann Vitoriano del Rio öffentlich angekündigt, seinen Lieblings-Kampfstier „El Alcalde“ („der Bürgermeister“) klonen zu wollen.

Auch wenn diesmal ein Kampfstier geklont wurde, so war schon 1999 in Texas ein 21-jähriger Stier erfolgreich geklont worden, das bis dahin älteste Tier in einem Klonversuch. Als erstes geklontes Säugetier gilt das Klonschaf „Dolly“, das 1996 in Edinburgh von Keith Campbell ins Leben gebracht wurde. Es war aber kein vollständiger Klon, da die Gene der Mitochondrien vom Muttertier übernommen wurden und Dolly somit keine vollständige Kopie des Vaterschafes war. Seither gelang es, auch Hunde, Katzen und Pferde zu klonen. In den USA ist der Verzehr von Fleisch geklonter Tiere erlaubt.




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