Spanien hat erstmals eine Verteidigungsministerin


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Die 37-jährige Katalanin Carme Chacón leitete bislang das Wohnungsministerium

Seit drei Jahrzehnten gibt es in Spanien ein Verteidigungsministerium, das das damalige Kriegsministerium ablöste. Doch erst jetzt, nach über 30 Jahren Demokratie in Spanien wurde dieses Ministerium einer Frau anvertraut.

Madrid – Die 37-jährige Katalanin Carme Chacón kann als absolute Aufsteigerin in der spanischen Politszene bezeichnet werden. Schon früh machte die junge Regionalpolitikerin in Madrid auf sich aufmerksam. Nach drei Legislaturperioden als nationale Abgeordnete, vertraute ihr Zapatero im vergangenen Jahr das Wohnungsministerium an.

Bei den Parlamentswahlen vom 9. März erreichte sie als Spitzenkandidatin für die Sozialisten in Katalonien geradezu überwältigende Ergebnisse. Dass sie jetzt allerdings das Verteidigungsministerium übernehmen würde, damit hatte selbst in den Reihen der Sozialisten kaum jemand gerechnet.

Doch Ministerpräsident Zapatero wollte ein weiteres klares Zeichen für die Geschlechtergleichstellung setzen. Und das ist ihm zweifellos gelungen, nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass die frisch vereidigte Ministerin im siebten Monat schwanger ist und nun spanienweit diskutiert wird, ob sie wohl die 16 Wochen Mutterschutz in Anspruch nehmen wird, die ihr gesetzlich zustehen und ob eine junge Mutter an der Spitze des Verteidigungsministeriums überhaupt tragbar ist. Eben solche Debatten hatte Zapatero sicherlich auch bezweckt, denn an ihnen wird deutlich, wie viel Weg noch zurückgelegt werden muss, bis von einer tatsächlichen Geschlechtergleichheit die Rede sein kann.




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