„Spanien hat die Rezession überstanden“


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Präsident Rajoy bei einem Interview mit dem „Wall Street Journal“:

„Spanien hat die Rezession überstanden, aber nicht die Krise“, hat Präsident Mariano Rajoy vor einigen Tagen in einem Interview mit der amerikanischen Zeitung „Wall Street Journal“ erklärt.

Madrid – Jetzt sei es die wichtigste Aufgabe, eine solide Erholung der Wirtschaft zu erreichen, damit Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die wirkliche Erholung, so der Präsident, sei jedoch erst dann erreicht, wenn die Spanier wieder mehr Geld ausgeben, wenn die Wohnungspreise den Tiefstand erreicht und die Auslandsschulden des Landes sich stabilisiert haben. Ein über das andere Mal versicherte er seinem Gesprächspartner, dass Spanien auf einem guten Wege sei.

Auf die Frage, ob er sich denn wieder zur Wahl stellen werde, erklärte Mariano Rajoy, er würde gerne wieder kandidieren. „Ich habe nicht die Absicht, mich zurückzuziehen, aber es ist meine Partei, die das zu entscheiden hat.“

Er wollte auch nicht bestreiten, dass seine Popularität durch den Fall Bárcenas erheblich angeschlagen ist und natürlich auch durch seine strenge Sparpolitik. Doch immerhin blieben ihm noch zwei Jahre, um seinen Wählern zu beweisen, dass es mit der Wirtschaft vorangeht.

„Wenn die Bürger erst sehen, dass unsere Maßnahmen auch Resultate bringen, dass wir eine solide Basis für die Zukunft geschaffen haben, dann werden wir auch in der Lage sein, uns zu erholen“, sagte er wörtlich. „Du kannst ein Land nicht regieren, wenn du ständig in Sorge sein musst, ob du wiedergewählt wirst, oder nicht.“

Am Vorabend seiner Reise nach New York, wo sich Spanien als Mitglied des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen bewirbt, konzentrierte Rajoy sich auf wirtschaftliche Aspekte und lehnte es ab, darüber zu spekulieren, wann Spanien es schaffen werde, seine Arbeitsmarktzahlen zu verbessern. Wiederholt unterstrich er, dass seine Regierung das Land auf einen guten Weg geführt habe. „Die Verbesserungen und Erfolge werden nach und nach eintreten“, versicherte er.

Nach den Rezepten des Internationalen Währungsfonds befragt, der ja die Meinung vertritt, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen nur durch eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes erreicht werden könne, zeigte er sich offen für weitere Reformen. Bereits in der nächsten Woche werde beschlossen, die Aktualisierung der Renten und öffentlichen Preise vom Lebenshaltungskosten-Index zu trennen.

Die spanischen Geldinstitute seien transparenter, solventer und erheblich besser „kapitalisiert“ und würden im kommenden Jahr keine weitere Rettung benötigen. Er sei relativ zufrieden, wie derzeit die Dinge laufen, versicherte der spanische Präsident.




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