Sozialisten liegen nur knapp vor den Konservativen


Umfragen vor Parlamentswahlen

In den Wochen vor Wahlen sind die Medien immer randvoll mit Nachrichten über die Ergebnisse der verschiedensten Meinungsforschungsinstitute im Hinblick auf die Wahlabsichten der Bürger. So natürlich auch dieses Mal. Die Ergebnisse variieren dabei, je nach politischer Couleur der Auftragsgeber.

Madrid – So ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Metroscopia für die eher links orientierte Tageszeitung El País Anfang Februar durchführte, noch einen leichten, aber deutlichen Vorsprung für die regierenden Sozialisten. Konkret lag dieser Umfrage zufolge die PSOE noch 3,4 Punkte vor der konservativen Opposition (PP). Für die Umfrage wurden 2.000 Personen befragt. 42% gaben dabei an, die Sozialisten wäh­len zu wollen, 38,6% würden für die PP stimmen und 5,1 für die linke Izquierda Unida (IU). Die Wahlbeteiligung liegt nach Metroscopia-Angaben derzeit bei etwa 73%.

Zur gleichen Zeit ergaben andere Umfragen, die eher von rechts orientierten Medien wie El Mundo oder ABC in Auftrag gegeben wurden, einen erheblich geringeren Abstand zwischen PP und PSOE. El Mundo zufolge lag der Vorsprung der Sozialisten vor den Konservativen Anfang Februar beispielsweise nur bei 2,6 Punkten, die konservative ABC attestiert immerhin 3,2 Punkte Vorsprung.

Mitte Februar veröffentlichte dann jedoch das dem Minis­terium für Präsidentschaftsangelegenheiten unterstehende Zentrum für soziologische Foschungen, CIS, sein Wahlbarometer, das zwischen dem 21. Januar und 4. Februar durchgeführt wurde. Demnach beträgt der Vorsprung der regierenden Sozialisten vor der konservativen Opposition nur 1,5 Punkte. Aus den Umfrageergebnissen, für die 18.000 Bürger zu ihren Wahlabsichten befragt wurden, ergibt sich weiter, dass die traditionellen Wähler der Konservativen erheblich motivierter zu sein scheinen, als die Anhänger der Sozialisten. Die Stimmen der Unentschlossenen – derzeit noch etwa 30% der Wahlberechtigten –  dürften also bei den anstehenden Parlamentswahlen Ausschlag gebend sein.

Bei den Wahlen 2004 erreichten die Sozialisten unter José Luis Rodríguez Zapatero 42,6% der Stimmen und lagen damit 4,9 Punkte vor der bis dahin regierenden PP.




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