Sommerzeit für immer


Mehr Zeit am Strand bis in den Herbst hinein wünschen sich die Valencianer. (Im Bild: Playa de Las Arenas, Valencia). Foto: EFE

Das Valencianische Parlament will die Uhren nicht zurückstellen und schließt sich damit der Forderung der Baleareninseln an

Valencia – An den Stränden von Valencia, Alicante, Castellón, Mallorca, Menorca und Ibiza soll künftig die Sonne auch im Winter eine Stunde länger scheinen. Ein wenig knapp bemessen, drei Tage bevor die Uhren von der Sommerzeit wieder auf die Normalzeit zurückgestellt wurden, hat das Valencianische Parlament einstimmig von der Zentralregierung gefordert, die Sommerzeit beibehalten zu können. Die „Cortes Valencianas“ schließen sich damit einer gleichlautenden Erklärung der balearischen Regionalregierung an.

Die Initiative wurde im Valencianischen Parlament nur einen Tag zuvor eingebracht, und der Konsens schien zunächst am Widerstand der Ciudadanos-Abgeordneten zu scheitern, denn um eine Abstimmung so kurzfristig anzusetzen, ist die Zustimmung aller parlamentarischen Gruppierungen erforderlich.

Zu guter Letzt kam man doch überein „bei der Regierung darauf zu dringen, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, um eine soziale Debatte zu eröffnen und Maßnahmen bezüglich der Zeitzonen zu treffen, welche die vorgebrachten wirtschaftlichen und sozialen Kriterien berücksichtigen“.

Das Parlament übernimmt dabei die wirtschaftlichen Argumente der valencianischen Hoteliers und befindet sich zudem auf einer Linie mit der Erklärung der Balearenregierung, wenn es die Vorteile für das Privatleben der Bürger herausstellt: Sei es nach Feierabend länger hell,  würden mehr Aktivitäten im Freien und mit der Familie möglich.

Es sei unleugbar, so das Fazit der Regionalpolitiker, dass die Beibehaltung der Sommerzeit auf valencianischem Gebiet soziale und wirtschaftliche Vorzüge mit sich bringe. Die geografische Lage erfordere dies, um den Winter hindurch nachmittags mehr Sonnenstunden nutzen zu können.

Verweis auf die EU

Die Antwort aus Madrid auf das Ansinnen der beiden an Tourismusgebieten reichen autonomen Regionen ließ nicht lange auf sich warten und brachte zutage, dass auch Madrid nicht mehr die Kontrolle über die Organisation der Zeit der spanischen Nation hat: Eine einzelne autonome Region „könne nicht einseitig die Zeitzone ändern“ und in der Sommerzeit bleiben, weil die Zeitumstellung auf europäischer Ebene durch eine Direktive der EU geregelt sei, die alle Mitgliedsstaaten binde.

Wie Quellen aus dem Ministerium für Industrie, Energie und Tourismus erklären, ist noch unklar, welche Auswirkungen und Konsequenzen ein Alleingang der Regionalregierungen der Balearen und Valencias haben würde.

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